Strandtag

Heute haben wir das letzte Mal sehr gut bei Cecilia gefrühstückt. Wie immer waren wir um 8 Uhr die Ersten beim Frühstück, obwohl wir glauben, dass nicht mehr als 3 der 10 Zimmer belegt sind. Wir glauben, dass sie gerade im „Wintermodus“ sind, weil buchen kann man’s auch nicht.

Zum Frühstück gab es wie üblich: Brot mit Käse, Schinken und Ei; danach Knuspermüsli mit griechischem Jogurt, Milch und natürlich Bananen. Der letzte Gang war dann, begleitet vom x-ten Pulverkaffee, ein von Cecilia selbst gebackener Kuchen. Diesmal mit Orangen, Karotten und – natürlich – Bananen. So wie die letzten Tage auch setzten wir uns nach dem Frühstück mit noch einem Kaffee und noch mehr Kuchen auf die Terrasse, von wo aus das Meer noch besser zu sehen ist. Zum Frühstücken ist es eine Ebene tiefer aber viel gemütlicher. Generell ist hier alles sehr freundlich und liebevoll gestaltet (gestern stand auf einmal eine Weihnachtskrippe da). Cecilia und Thomas sind ja auch den ganzen Tag irgendwie unterwegs und kochen/putzen/bauen was. Apropos Weihnachten: überall Weihnachtsmusik!

Nach einem herzlichen Abschied gingen wir eine „Dorfrunde“, freuten uns abermals über die heute echt hohen Wellen und fuhren dann nach Calheta zum Einkaufen und – endlich – Baden. Danach hatten wir an der Beachbar einen Poncha bzw. Bica und fuhren weiter nach Paul do Mar zum „Mittagessen“ (da war es schon weit nach Mittag) zu „unserem“ Lieblingsgasthaus. Und von dort ging es dann sehr gemütlich bis hierher: Porto Moniz, wo wir ein Penthouse-Apartment haben mit Blick direkt hinunter auf den Ort – besser könnte die Aussicht nicht sein!

Heute gehen wir es ruhiger an…

…das war zumindest der Plan des heutigen Tages. Wir waren auch schon im Auto auf dem Weg zum Baden, als Peter einen gespeicherten Punkt auf googlemaps sah und nur kurz nachschaute, warum wir den vorgemerkt hatten. Eine kleine Levadawanderung, das wäre ja genau das Richtige nach den zwei anstrengenden Tagen…

…naja so kurz war sie dann doch nicht, vor allem aber, weil wir ständig stehen blieben zum Staunen und Foto machen. Irgendwie müssen wir bei den angegebenen Zeiten meist 50% dazurechnen, darunter schaffen wir es selten.

Angefangen hat sie auch sehr gemütlich, zwar den Levada do Moinho gegen die Fließrichtung, aber nur ganz leicht steigend, nicht stark ausgesetzt, perfekt für die Höhenangst. Am Ende des ersten Levada gehen wir den Bach etwas höher und steigen zum zweiten, etwas darüber gelegenen Levada Nova hoch. Diesen geht es wieder retour – oberhalb des ersten sozusagen.

Der Startpunkt ist mit einem Warnhinweis versehen und von da an sind meine Nerven immer wieder gefragt. Teilweise konzentriere ich mich nur auf den schmalen Pfad vor mir, ein Mantra innerlich aufsagend „Vertrauen in mich und den Weg“ und bleibe lieber nicht stehen. Peter bleibt hinten und genießt die teils spektakuläre Aussicht. Belohnt werden wir immer wieder mit wunderschönen Abschnitten, sogar einem Tunnel und einer kurzen Galerie. Die gewählte Richtung war gut, v.a. am Rückweg folgte ein Highlight dem nächsten – und können die beiden Levadas unterschiedlicher kaum sein.

Damit haben wir nicht gerechnet, weder mit der Herausforderung noch mit der atemberaubenden Schönheit.

25 Fontes und mehr

Wieder ging es ins Gebiet der ersten Wanderung, teilweise waren wir nur wenige Meter „daneben“, jedoch viele Meter darüber.

Wir kombinierten mehrere einzelne Wanderwege zu einer großen Wanderung. Der Weg führte uns viele Höhenmeter auf und ab, an weiteren Levadas entlang zu mehreren Wasserfällen.

Wieder wunderschön – und ein gutes Abendessen am Meer bildete den Abschluss dieses Tages.

Levadas

Die letzten zwei Tage verbrachten wir auf einer Höhe zwischen 850 und 1300 m über dem Meer. Anders als hier am Meer, wo wir nach einem guten Frühstück auf der Terrasse sitzen und es mit dem Pulli langsam zu warm wird (’sind gerade noch im Schatten), ist es dort oben je nach Höhe gut 10° kälter.

Vorgestern sahen wir westlich der Insel Regenschwaden am Meer, dachten uns aber nicht viel dabei. Als wir dann den Berg hinauf zu unserer ersten Wanderung – Tunnelwanderung – fuhren, wurde der Niesel-/Regen immer stärker. Am überdachten Ausgangspunkt der Wanderung beobachteten wir mehrere „Tourbusse“, die nach kürzeren Pausen in den Niesel-/Regen starteten: „30% Regenwahrscheinlichkeit, schlimmer sollte es nicht werden – und hey, es trocknet eh wieder“. Wir warteten noch etwas länger und konnten dann mehr oder weniger trocken starten. Das einzige Mal nass wurden wir am Ende des ersten Tunnels, da warteten wir den Guss ab und wanderten vlt. 20 Minuten im Nieselregen – ab dann wurde das Wetter immer besser.

Bis auf einen knackigen Abstieg (den wir zu diesem Zeitpunkt glaubten, auch wieder hinauf zu müssen) ging es immer entlang von Levadas (Kanäle die Wasser aus dem nassen Norden in den trockenen Süden der Insel transportieren. Ein Wanderführer unterwegs erklärte: „offiziell gibt es 1.000 km, aber das ist falsch! Man hat die Seitenkanäle vergessen. Es sind mehr als 3.000 km“). Wie viele Levadas es wirklich sind, können auch wir nicht sagen – es sind unzählig viele – und es ist wunderschöne, ihnen entlang zu wandern.

Neben dem Reitertunnel gibt es noch einen weiteren Tunnel ganz in der Nähe. Vom Gelände her tiefer (man ahnt, was jetzt kommt: knackiger Aufstieg siehe zuvor) und um einiges länger – aber gesperrt wegen Bauarbeiten und aus einem Blogbeitrag wissen wir, dass Leute früher einmal im Tunnel umgedreht haben. Irgendwann stehen wir fast vor dem Tunnelportal, auf unserer Seite auch „kaum“ Bauarbeiten und kein Hinweis auf eine Sperre. Es ist Sonntag und so probieren wir es. 1,7 km Tunnel, seitlich immer das Wasser in der Levada und zwischendurch auch ziemlich stark von oben (da dürften die anderen wohl umgedreht haben). Wir meistern diese Stelle und danach geht es recht zügig Richtung Ausgang. Als wir den Tunnel betraten, sahen wir ein kleines Licht. Meine Vermutung war, dass es sich dabei um ein Baustellenlicht, vlt. 100 m im Tunnel handelt würde (das war unser erstes Ziel). Tatsächlich war es das 1,7 km weit entfernte Ende, das dann ganz langsam größer wurde. Auf der anderen Seite angekommen dann wirklich Baustelle (keiner da und alles gut weggeräumt), die wir aber gut passieren konnten. Was folgte war ein bissi weniger knackiger Aufstieg und ein gemütlicher Forstweg zurück zum Auto. In der Früh noch im Niesel-/Regen und am späteren Nachmittag dann bei Sonnenschein mit Blick aufs Meer.

kleines Licht am Ende

Nach der Wanderung ging es ans Meer, wo wir einen „importierten“ Sandstrand fanden und die Badesachen zuhause waren. Aber es war eh schon spät und wir hungrig, also nur Einkaufen (der Grund unserer Fahrt dorthin). Wie üblich ist hier die Fischtheke so wie bei uns die Wurstvitrine. Zum Abendessen gab es Fisch :).

Erster Eindruck von Madeira

Diese Insel ist sehr interessant (steirische Übersetzung = die Insel is ziemlich oarg).

Schon beim Anflug war eigentlich keine Insel zu sehen, sondern eine Ansammlung von Schluchten mit steilen, grünbewachsenen Bergkämmen dazwischen. In der Fahrt vom Flughafen nach Jardim do Mar waren wir schon beeindruckt, wie wenig ebene Flächen für die Menschen zur Verfügung stehen und Funchal, wie auch jeder weitere Ort, in den Hang gebaut ist, verbunden durch Tunnel.

Die ersten Tage sind wir ins Hinterland zum Wandern, dabei hatten wir jedesmal Nebel, teilweise Regen und kühle Temperaturen, während bei unserer Unterkunft den ganzen Tag die Sonne schien, warm war und Menschen baden gingen – keine halbe Stunde mit dem Auto entfernt..

Auf der Fahrt zurück vom Wandern, die Straße fast ausschließlich steil nach unten führt – über 10% Steigung völlig normal, bei 32% gab es einen Hinweis zu einer Alternativroute – lichtete sich der Nebel und es gab schönste Aussicht auf das Meer. In dieser Übergangszone war das Phänomen der Fallwinde wunderschön zu sehen. An gewissen Stellen sauste der Nebel plötzlich schnell nach unten, bis er sich auflöste. Auch heute während des Frühstücks gab es plötzlich einen kalten Wind und draußen am Meer war Regen zu sehen. Heute bleiben wir auf unserer Seite – im Hinterland soll es regnen und hier wird es vermutlich trocken bleiben.

Die Insel wird als das „Haweii Europas“ bezeichnet, da hier alles üppig grün ist – Gras, Farne, Palmen, Lorbeerwälder, Flechten, Moose, Bananen…

Also das Fazit der ersten Tage … schön ist es hier!

Software Update

Irgendwann gestern las ich in den Nachrichten, dass Airbus 6.000 seiner A320 zurück ruft. Da habe mir nicht viel dabei gedacht und erst, als auf der AUA-Webseite ein Hinweis auf bevorstehende Flugausfälle zu lesen war, fühlte ich mich ein wenig betroffen. Als dann auch noch der Captain unseres „natürlich“ A320 davon berichtete und meinte, wir hätten heute Nacht ein Softwareupdate bekommen und es würde schon alles gut gehen, da war uns klar, dass in dieser Nacht viele LH-Techniker Überstunden gemacht haben mussten. Tatsächlich flog das Flugzeug so wie man es als Passagier erwartet – mit einer „butterweichen“ Landung in Funchal (lustiger Purser am Flug). – Und der Anflug ist wirklich besonders! Empfehlung für alle späteren Besuche: „F-Seat“, so wie wir ihn hatten :). ‚denke, das war die coolste Landung, die ich bis jetzt erleben durfte (wenn man die, wo ich im Cockpit saß, nicht mitrechnet).

Bei der Autovermietung fielen uns dann das erste Mal die beengten Verhältnisse auf dieser Insel auf. Es wurde uns von mehreren Seiten erzählt, dass das Autofahren hier Besonders wäre. Alles super eng, so eng, dass besser der Mitarbeiter der Autovermietung mit dem Auto aus dem Parkplatz fährt.

Etwas hungrig machten wir uns auf den Weg zu unserer Unterkunft und beschlossen, unterwegs eine Essens- und Einkaufpause einzulegen. Das Einkaufszentrum mit vielen „Möglichkeiten“ wurde das Zentrum eines Ortes ohne Parkplätze. Größere Geschäfte haben hier Parkhäuser, die manchmal richtig abenteuerlich sind, größere offene Parkplätze haben wir noch nicht gesehen. Hier wird jeder Quadratmeter genutzt. Nach Essen und Einkauf ging es durch unzählige Tunnel (bergab, bergauf oder auch gerade) zu unserer Unterkunft oder besser gesagt, zum Ort unserer Unterkunft, denn mit dem Auto kommt man nicht so weit. Die letzten 5 Minuten sind zu gehen. Dann, die große Überraschung: sehr viele Pflanzen, sehr freundlich, super Terrasse (siehe Foto: Terrasse mit den Sonnenschirmen) mit Meerblick, Zimmer mit … eigentlich alles mit Meerblick! Echt schön, gut dass wir hier 4 Nächte gebucht haben.

Nach einem „Strand“-spaziergang (Baden ist bei dem schroffen Strand und den doch recht hohen Wellen nicht so gut möglich) mit Sonnenuntergangsbier ging es dann in eines der beiden Gasthäuser des Ortes: Touristen (haupts. deutschsprachig draußen), Einheimische drinnen (Fußball schauen). Und nach einem guten Essen ging es dann müde von den letzten Tagen ins Bett.