SoFi-Vorbereitung

Gestern haben wir dann drei offiziell ausgewiesene Beobachtungspunkte angesehen und haben schon beim ersten gewusst, dass es der werden wird. Ein nettes kleines Dorf mit einer Bar, an einer Geländestufe gelegen, darüber eine Kirche. Von dort aus, müsste die Sonne um 20:30 gut zu sehen sein, Schatten fürs Verweilen gibt es auch.
Nach einer kurzen Lesepause in der Bar ging es zum zweiten Punkt. Ebenfalls ein etwas höher gelegener Ort mit super Aussicht auf die Sonne. Diesmal könnte man erkennen, dass da was vorbereitet ist. Mit Absperrband ist eine Fläche im Acker abgesteckt – ob sie da alle versammelt haben wollen? Angeblich gab es hier schon Pre-Events, abgesehen vom Absperrband ist aber nichts zu erkennen, auch gibt es keinerlei Beschilderung zu diesem Platz. Sollte mit dem ersten Platz was nicht funktionieren, wäre es eine Alternative, aber nicht unser Favorit.
Der dritte Platz führte uns durch Irrwege durch eine Vorstadt von Vallodlid. Trotz der vielen Einbahnen, die nicht in der Karte angegeben sind, keine Beschilderungen, kamen wir mit etwas Glück in die Nähe des angegebenen Platzes. Das letzte Stück des Weges dann auch noch Schotter und dann stehen wir an einem Platz, zwar super Aussicht, sonst aber nichts. Hier begegnen wir auch ein paar Leuten, die sich den Platz wohl auch gerade anschauen. Nicht unser Favorit und auch nicht unser Plan B.
Zusammenfassen: von dem, in den Medien prophezeiten Wirbel haben wir noch nichts bemerkt.

Somit haben wir einen Plan für morgen und können nun zum Laden und Essen übergehen. Dafür haben wir eine Ladesäule in der Stadt ausgesucht. Bislang verlief das mit dem Laden ohne Probleme und so waren wir überrascht, dass da diesmal keine Ladesäule zu finden war. Egal, nicht weit entfernt, gibt es eine weitere. Auch da das selbe Bild, ein Hotel, aber keine Ladesäule. Im Hotel nachgefragt stellt sich heraus, dass es sie in der Tiefgarage gibt, aber nur für Gäste. Egal, eigentlich müssen wir nicht laden, gehen wir nur essen. Auch dies erwies sich diesmal etwas schwerer als erwartet – erstes Lokal entsprach vom Essen nicht so unseren heutigen Vorstellungen, das zweite war geschlossen und als wir schon fast dachten, heute nichts mehr zu finden, dann doch noch ein sehr nettes Lokal entdeckt mit köstlichem Essen.

N35,25° W97,24

Lake Thunderbird State Park, OK – day 7 – 1.054|1.145 mi

Am Elk Lake sind wir am Nachmittag mit Blick auf den See gesessen und haben uns Gedanken über die weitere Route gemacht. Grundsätzlich geht es weiter nach Süden, über Tulsa nach Oklahoma City. Wir haben lange überlegt, ob wir nahe jeder der beiden Städte übernachten und es eher ruhig angehen sollten, oder ob wir doch wieder einmal länger fahren und so einen Tag gewinnen sollten. Aufgrund der bevorstehenden Unwettergefahr, die nach Süden hin schwächer wird, entschlossen wir uns, bis zum Thunderbird Lake State Park bei „Okla“ zu fahren.

Wie meist fuhren wir mit Gegenwind, machten eine Einkauf-, Ess- und Tankpause in Tulsa und erreichten nach einem weiteren Tankstop in irgendeinem „Dorf“ beim Dollar-General (verm. billigster Benzin im Lauf der Reise: 3,19 $/gal) den riesigen State Park, wieder einmal an einem See.

Die Wettervorhersage für hier: Sturmwarnung um Mitternacht mit vlt. Gewittern, keine Tornados, kein Starkregen – gekommen ist es ziemlich genau so und wir schliefen bei schaukelndem WoMo (gut, dass das so schwer ist) ein.
Heute aufgewacht: wieder wolkenlos und kalt! Nach einem kurzen Spaziergang sitzen wir nun gemütlich im WoMo, blicken direkt auf den See und haben das erste Mal richtig die Heizung eingeschaltet, am bisher südlichsten Punkt unserer Reise.

Wetter-Update

Für alle, die uns hier verfolgen bzw. auch in den Nachrichten zuhause von Unwettern in den USA gelesen haben: wir sind aktuell im Raum Oklahoma City, draußen ist es richtig kalt und der Wind weht von Norden – sprich wir sind hinter der Unwetterfront (alles gut).

Vogeltag

Eigentlich wollten wir bei Bengali wandern, dann wollten wir nach Arrifana wandern. Heute früh brachte ich eine neue Idee ein. Es war ein weiteres Vogelgebiet in der Nähe unserer Unterkunft, mit Strand, also für beide was dabei. Daher ging es nach Alvor zum Quinta da Rocha, an den Strand mit einem Marschland hinter den Dünen.

Zwei Dinge sind mir schon vorher aufgefallen, die in südlichen Ländern anders sind bzw. in Mallorca, Teneriffa und auch hier in der Algarve.

1. Schwarzkehlchen findet man hier, wie bei uns Kohlmeisen – überall, und sie sitzen gerne an exponierten Stellen, daher leicht zu sehen.

2. Zilpzalp sind im Winter sehr häufig zu sehen – da sind wahrscheinlich einige nördliche Gäste ebenfalls hier anzutreffen

Eine weitere Erkenntnis bereits letztes Jahr: Weißstörche bleiben viele auch im Winter in der Algarve. Da hatte ich Peter vorab falsch informiert. Heute hatten wir 32 auf einem Fleck und teilweise sitzen sie schon paarweise und das Klappern ist auch schon zu hören – wobei sie das auch machen, wenn ein ungebetener Gast auftaucht.

Seit gestern hatte ich auch wieder 8 neue Sichtungen. Ich freu mich zwar über jeden Vogel und vor allem wenn ich ihn bestimmen kann. Heute hatte ich aber einen sehr besonderen Moment, als ich ein kleines, recht unscheinbar wirkendes, graues Vögelchen im Busch bemerkte und länger von hinten betrachtete und es sich dann doch noch ganz kurz umdrehte. Es war ein Blaukehlchen, der blaue Latz wunderbar schimmernd und ich ganz begeistert.

Ein weiterer, wirklich schöner Moment des heutigen Tages war auch, als ich einen Zistensänger länger im Gebüsch hüpfend und in der Wiese laufend, betrachten durfte. Ein ziemlicher Winzling, wunderschön, vor allem wenn er sich von vorne zeigt. Gestern, als ich ihn das erste Mal sah, war er tatsächlich ganz nah, frei sitzend, in all seinen Details zu erkennen.

Noch ein Highlight des Tages war, als ich heute die Bestätigung bekam, den Zwergadler gestern korrekt angesprochen zu haben, da er auch von jemanden anderen an diesem Platz gemeldet wurde. Ein bissi Stolz war ich da schon…

Hier nun noch die heutige Liste der Sichtungen – fett markiert die Erstsichtungen und mit ? wenn ich mir nicht sicher war. Möwen hab ich aufgehört bestimmen zu versuchen, wenn sie sich nicht klar unterscheiden, wie die Lachmöwen.

  • Weißstorch 
  • Stieglitz 
  • Schwarzkehlchen
  • Lerche – Haubenlerche oder Feldlerche 
  • Zilpzalp 
  • Zistensänger 
  • Seeschwalbe jagend – Zwergseeschwalbe? Oder Brandseeschwalbe? 
  • Möwen – unterschiedliche Jahrgänge 
  • Kormorane 
  • Seidenreiher 
  • Läufer – Flussuferläufer? 
  • Austernfischer 
  • Lachmöwen im Schlichtkleid
  • Kiebitzregenpfeifer
  • Regenpfeifer – Sandregenpfeifer? Oder Seeregenpfeifer?
  • Sanderling im Schlichtkleid 
  • Samtkopfgrasmücke? 
  • Rotschenkel 
  • Blaukehlchen
  • Rotdrossel
  • Haussperlinge 
  • Kuhreiher
  • Blauelster
  • Tauben – Türkentaube, Straßentaube 
  • Rothuhn
  • Moschusente

Zur Ergänzung gestrigen Erstsichtungen: Zwergadler, Seidensänger und Gleitaar

Der unmögliche Weg

Wir befinden uns seit gestern in Benijo, ein Ort an der nördlichen Küste des Anagagebierges.

Ich hatte zuhause bereits eine Wanderung herausgesucht, aber gestern stand uns für heute eigentlich ein gemütlicher Tag im Sinne. Vor allem nach dem Blick auf die Höhentabellle war die Motivation sehr gering und der Ort unserer Unterkunft viel zu schön.

Irgendwie wollten wir aber nicht nur Strand sitzen, ein bisschen Wandern wäre schon schön. Es gibt eine kleinere Runde, vielleicht passt diese. In der Früh änderte sich wieder der Plan und es wurde doch die große Runde. Daher brachen wir recht bald nach dem Frühstück auf, da es ja doch mit 12,9 km und 1.270 Meter rauf und runter beschrieben ist.

Im Laufe der Wanderung hat sich die Bezeichnung „der unmögliche Weg“ eingeschlichen. Einerseits, da wir teilweise Wege gingen, die zwar schön ausgetreten, aber nicht als Wanderwege gekennzeichnet waren. Andererseits gab es einige Male auf diesem Weg Ausblicke nach vorne, welche eine Weiterführung unmöglich erscheinen ließen.

1. So viele Orte, die unmöglich zum Leben erschienen. Die meisten sind zwar mittlerweile tatsächlich unbewohnt, aber hin und wieder scheint doch noch ein Haus bewohnt.

2. Immer wieder schien der Weg unmöglich weiter zu gehen, da ein Barranco plötzlich den Weg abschnitt und teilweise ziemliche Umwege zu beschreiten waren (auch Höhenmeter)

3. Von der anderen Seite kommend hätte uns ein Schild darauf hingewiesen, dass der Weg unmöglich zu gehen ist, da er gesperrt war.

4. Ich hätte es für unmöglich gehalten, dass uns viele, durchaus große Eidechsen einen nicht nur beim Jausnen neugierig beäugten, sondern auch noch beim Schinken mitnaschen, der zwischen Peter und mir gelegen ist. „Da muss ich aufpassen, dass ich keinen im Rucksack einpack“.

Nun sitzen wir müde auf der Terrasse, haben gerade zwei frische Papayas verspeist, die wir tatsächlich entlang des Wegs (wenn auch erst ganz am Ende, vorher gab es garnichts) kaufen konnten und freuen uns auf ein gutes Abendessen in der Dorfwindn.

mindesten 3 Welten

Aufgewacht im Mega-Beton-Bunker direkt am Meer. Das Frühstück bei grandioser Aussicht genossen und danach Blog geschrieben (siehe Foto vorheriger Beitrag).
Der Plan (aha, den gibt es also doch) sah vor, um 11:30 (check-out Zeit) den Ort zu verlassen und nach Benijo zu fahren.

künstlicher Tide-Pool

Weil’s aber so fein im Apartment war und ich soo gerne schwimmen gehen wollte und Gerlinde nichts gegen eine weitere gemütliche Stunde hatte, beschlossen wir, länger zu bleiben (kein Problem seitens des Vermieters). Gerlinde genoss das Apartment, ich den „Tide-Pool“ bei wirklich hohen Wellen direkt daneben.

Nach dem dritten Mal im Wasser -mittlerweile hatten wir einmal ausgecheckt – kam dann doch der Gedanke ans Weiterfahren und wir verließen die unmittelbare Küste Richtung Hiper-Dino, wo wir Fisch und anderes für heute Abend kauften.
Dann ging es entlang von immer schmäleren und kurvenreicheren Straßen über mehrere Bergrücken wieder an die Küste (genial) und dort weiter nach Benijo.
Von der Unterkunft wussten wir, dass sie eher spärlich war, jedoch eine schöne Dachterrasse mit Blick aufs – auf der Karte ein wenig entfernte – Meer hatte. Die Sache mit der Entfernung und dem Abstand zum Meeresniveau hatten wir schon.
Sehr viele Autos auf sehr schmalen Straßen und kaum öffentliche Parkmöglichkeiten. Wir könne bei einem Gasthaus parken, dass sich über (?) unserem Zimmer befindet. Wo ist dann die Dachterrasse?
Es stellt sich heraus, dass hier wieder einmal eine Steilküste ist und unsere Dachterrasse vor dem Gasthaus liegt, direkt am steilen Abhang zum Meer hin. Wer bis zu diesem Moment dachte, der Beton-Bunker sei „meertechnisch“ der Höhepunkt, der beginnt spätestens jetzt zu zweifeln. – Einfach unbeschreiblich, die Aussicht, die Küste, das alles hier.

Nach einem Spaziergang zum Strand – oder doch einem „Abstieg“, suchten wir auf der Karte nach Geschäften und Gasthäusern. Geschäfte im übernächsten Ort Bajo el Roque, Restaurants gibt es genau 3, deren Bewertungen im Internet bzw. Preise mit Abstand zum Meer besser werden. Und da es noch nicht so spät ist – quasi fast noch Tageslicht, spazierten wir in das Tal, um mal nachzuschauen, und fanden das Dritte der Gasthäuser. Wir waren beide sofort „verliebt“. Wir kosteten das Bier und beschlossen, auf jeden Fall morgen wieder zu kommen. Heute Abend gibt es ja roten Fisch und Aal aus dem Hiper-Dino.

Während ich hier unter Sternenhimmel auf der „Dach“terrasse“ sitze und dies hier schreibe, kocht uns Gerlinde ein vorzügliches Abendessen.

Und warum nennt sich der Beitrag eigentlich „3 Welten“?
Es ist der dritte Ort, an dem wir nun schlafen werden und es ist die dritte Seite der Insel – komplett anders zu dem, was wir bis jetzt kannten.