N38,07° W92,58°

Lake of the Ozarks State Park – day 4 – 574|1.545 mi

Als wir die Serie “Ozarks” schauten, recherchierte ich wo die „Ozarks“ eigentlich sind. Ergebnis: irgendwo, da komm ich nie hin. – Und siehe da, wir sind im Lake of the Ozarks State Park angekommen. Heute sind wir nach einem gemütlichen Frühstück (stilgerecht Ham&Eggs) relativ früh losgefahren, haben getankt (16 mi übrig ist bei dem WoMo nicht der große Puffer) und sind weiter zum Eagles Bluff. Keine Adler gesehen, dafür vieles anderes. Heiß war es um die Mittagszeit. Man merkt, wir kommen weiter nach Süden.
Wenn man den Lake of the Ozark im Luftbild betrachtet, ahnt man „Menschenwahnsinn“, doch hier im State Park ist es sehr ruhig. Wir sind keine hundert Meter vom Wasser weg, es weht böig warmer Wind und wir sitzen mit kurzer Hose und T-Shirt am Tisch, schauen aufs Wasser und haben gerade die Planung für die nächsten Tage abgeschlossen. Es schaut ganz gut aus, Las Vegas pünktlich zu erreichen.
Während Gerlinde für heute Abend ein Chilli vorbereitet, beobachte ich die 12 Geier, die über uns kreisen.

Nach einem guten Abendessen bei, solange noch Licht, grandioser Aussicht, drehten wir noch eine kleine Runde über den Campingplatz (wie vom Parkhost versprochen, ist unser Platz einer der schönsten) und legten uns dann bei aufkommendem Wind in unser gemütliches Bett. Irgendwann in der Nacht hat es geregnet (man merkt das, wenn es einen durchs offene Fenster an regnet) und auch heute früh wachten wir im Regen auf. Laut Prognose soll es gegen 9 aufhören. Das Wetter ist in den letzten Tagen durch feuchte, warme Luft geprägt, die immer wieder zu Gewittern führt und speziell heute dürfte es eher unbeständig sein. Aber: jetzt punktet das WoMo voll. Wir sitzen, nachdem wir mit warmen Wasser gleich im WoMo duschten, bei einem Kaffee am breiten Fenster, lesen, schreiben oder schauen einfach nur aus dem Fenster. Irgendwann wird dann der Hunger fürs Frühstück siegen und auch der Regen enden.

N39,10° W92,32°

Finger Lakes State Park, Mi – day 3 – 444|1.492 mi

Nachdem wir nach dem Frühstück noch zu den White Pelikan gegangen sind, ging es gemütlich los an „Landstraßen“ Richtung Süden und Missouri.
Gestern war ich ganz begeistert einen Weißkopfseeadler gesehen zu haben, dann sogar noch einen. Heute wurde klar, die sind hier nicht selten. Mehrere, auch zwei im zweiten Kalenderkleid, haben wir während des Fahrens gesehen. Im Mark Twaine State Park durften wir sie sogar einen im Nest bewundern

Nachdem es noch Zeit war, haben wir dort nicht übernachtet und sind weiter zum Finger Lake State Park. Peter hat heute gekocht und es gab leckere Burger mit gedünstetem Gemüse, währenddessen haben Vögel und Frösche ihr Lied gesungen.

N40,20° W90,20°

Anderson Lake Fish and Wildlife Area (IL) – day 2 – 231/1.669 mi

Heute ging es entlang der Illinois-River-Road in Richtung Südwesten. Die meiste Zeit der Fahrt hatten wir Gegen- oder Seitenwind, was dem Verbrauch nicht sonderlich zuträglich war. Losgefahren sind wir natürlich spät, weil‘s ja auch so schön war. Nach einer relativ ebenen Highway-Strecke erreichten wir die River-Road, die uns auf „kleineren“ Straßen entlang des Illinois-RIver zum „Rice Lake – Fisch & Wildlife Area“ führte – zuvor noch ein Einkauf bei Walmart, da wir gestern ein paar Dinge vergaßen.
Im Internet habe ich über Flood-Warnings gelesen und tatsächlich war der Wasserstand hier ziemlich hoch. Wir waren die einzigen dort, entspannten am riesigen Illinois-River (da fahren riesige Schiffe) und entschlossen uns, noch ein wenig weiter zu fahren.

Hier am Anderson Lake angekommen, spazierten wir den Campingplatz, der direkt am See liegt, entlang und suchten uns den perfekten Platz. ‚war ziemlich einfach, wir sind die einzigen. Im Sommer wird es hier ganz anders aussehen. Lustig ist, was wir gestern auch schon beobachteten: es fährt regelmäßig irgendein „Brodl-Auto“ vorbei – mit irgendeinem Plan den wir nicht einmal erahnen können.
Jetzt ist es kurz vor 19 Uhr, zeitweise ist der Wind stark, zwischendurch nieselt es auch. Ich habe schon einige Male zwischen draußen und drinnen, wo es auch sehr gemütlich ist, gewechselt. Und während ich schreibe, Vögel zwitschern höre und keine 100 m entfernt mehrere Kanadagänse sitzen, kocht Gerlinde uns das Abendessen. – Feuer gibt es heute aufgrund des Windes keines, aber es ist auch ziemlich warm – und verm. wird es jeden Tag wärmer.

wāhrend ich aus dem WoMo schau und Frühstück richte, kamen die Kanadagänse zurück

… es ist schon wieder so schön.

N41,32° W88,71°

Illini State Park (IL) – day 1 – 78/1.804 mi

Zur Erklärung der Zahlen oben: 78 Meilen seit dem Start in Chicago, 1.804 Meilen sind es von hier auf direktem Weg entlang unserer geplanten Route noch nach Las Vegas.

Bei wolkenlosem Himmel wachten wir heute „normal“ auf. Nochmals das typische Frühstück: Würstl, Eierspeise, Kartoffelpuffer, Toastbrot, Butter, Marmelade, Joghurt und natürlich frische Waffeln mit Ahornsirup, Bananen, Mandarinen. „Müsli“ hätte es noch gegeben, aber… – und wie es nicht anders sein soll: alles Einmalgeschirr.
Nach dem Check-out machten wir uns viel zu früh (halbe Stunde vor dem Termin, „deutsche Pünktlichkeit“) auf den Weg zu Cruise America, waren die zweiten, und konnten dort die „Early Birds“ beim Abholen beobachten. Wir waren dann ein bissi später dran, sparten aber einen sicher 3-stelligen Betrag. Nach der Einschulung (kennen wir ja schon alles 🙂 ) ging es bald langsam los. Ziemlich groß das Womo, aber die Straßen meistens auch. Irgendwann erreichten wir den Walmart, was mir immer Spaß macht, und kauften ordentlich ein. Man muss aber sagen, es dauerte ewig und dann ist man doch auch immer wieder froh, draußen in der Wärme am Parkplatz zu stehen.
Jetzt sitzen wir direkt am Illinois-River auf unserer Parzelle und genießen die Ruhe, im Hintergrund wird auf einem der wenigen, belegten Plätzen Gitarre gespielt. Gerli beobachtet Vögel.
Für heute steht noch an:
– Feuerholz suchen (das darf man hier, unglaublich, und es gibt auch reichlich)
– Burger grillen
– Womo ordentlich einräumen
– den Rest des Tages bei einem knisterndem Feuer genießen. Feuer brennt übrigens schon auf beiden benachbarten Plätzen – während wenig über uns Truthangeier kreisen und auf Essen hoffen.

23 h wach

Es ist 19:25 Ortszeit, Chicago; wir liegen gemütlich im weichen Bett im Hotel und sind doch recht müde. Kein Wunder auch, denn bald sind wir 23 h auf. Ok, im Flugzeug kommt einiges an Schlaf dazu, v.a. ich habe da ganz gut geschlafen. Wir hatten beide eine 3er-Reihe für uns :).
Um 4 Uhr ging es zuhause los, und hätte nur ich den Wecker gestellt, hätte es gleich ganz anders begonnen, weil bis knapp 5 wäre nicht viel passiert. Aber auf Gerlinde ist Verlass und so saßen wir 30 Minuten vor Abflug brav am Gate in Graz und machten uns nur noch Sorgen über den Transfer in Frankfurt. Der Flug dorthin war dann echt schön, mit guter Sicht auf die Alpen (Dachstein z.B.) – und ordentlich zu Früh im Luftraum von Frankfurt, was sich aber gleich ins Gegenteil änderte: super lange Schleife. So landeten wir mit Verspätung und wir mit etwas geringerer Hoffnung, unseren Flug zu erreichen (aber da gehen jeden Tag so viele Flüge, das es sicher lösbar ist). Letztendlich ging es sicher aber leicht aus und trotz Pre-Security-Check waren wir vor Beginn des Boardings am Gate. Boeing 787-10 Dreamliner mit meinen Lieblingsfenstern, die sich durch „Zauberei“ verdunkeln lassen und unüblich groß sind. 8 h angenehmer Flug folgten, leider mit Wolken über Grönland, aber auch das war schön.

zzz

In Chicago angekommen, waren wir gespannt auf die Einreise und dachten an all die Bedenken, die uns die Tage zuvor begegneten. – 30 Minuten später standen wir mit unseren Koffern vor dem Flughafen. Die Suche nach dem richtigen Bus gestaltete sich wesentlich schwieriger als die Einreise.

Hotel, bissi ausruhen – dann zum Womo-Vermieter spazieren und über Samstag reden, danach sehr gutes mexikanisches Streetfood – im Internet besser bewertet als die Restaurants in der Gegend; können wir bestätigen.
Einkaufen, zum Bahnhof spazieren, noch was essen und ins Hotel…

der letzte richtige Tag

Schon die letzten Tage grübelte ich immer wieder darüber, was wir denn noch alles sehen könnten. Oft saßen wir lang beim Frühstück oder einem oder zwei Bicas und – bei Glück – Pastel de Natas in irgendeinem Straßencafé mit der Handylandkarte da, lasen Blogs und durchforsteten Webseiten. – Es zeichnete sich schon Tage zuvor ab, bzw. hatte Gerlinde es schon länger prophezeit: mehr Pläne/Wanderungen als Tage.

Gestern ging es dann entlang eines Küstenpfades nach Osten.

Und heute haben wir uns dazu durchgerungen, die wohl populärste Wanderung der Insel zu gehen. Ein für hiesige Verhältnisse Riesenparkplatz mit dementsprechenden Preisen. Wir also schon beim Hinfahren alternative Parkmöglichkeiten ausgelotet, bis zu dem Moment, als wir vor „dem“ Parkplatz standen und uns zwei Polizisten freundlich erklärten, dass das Papier beim Schranken kaputt sei und wir so reinfahren müssen und später, wenn wir wieder fahren, im „Haus“ sagen sollen, wann wir gekommen sind. – Nix mit alternativem Parken. Und dann auch gleich die „Wanderwegfrau“, die freundlich die 3 € „Classified Walking Routes“-Gebühr pP einhebt. – Auch wenn wir mittlerweile davon überzeugt sind, in der Nebensaison unterwegs zu sein, ist der Parkplatz gut gefüllt und wir wollen beide nicht wissen, wie es hier in der Hochsaison umgeht. Uns reichen die Wanderer, denen wir heute begegnet sind schon.

Die Wanderung entlang eines Levadas (3.100 km Länge dürfte sich bestätigen) war aber auch eine der schönsten. Da war heute alles dabei: breite Wege, enge Strecken, teilweise auf der Levadamauer, meist daneben, mehrere Tunnels und am Ende so abschüssig, dass Gerli beschloss, lieber auf mich zu warten. – Wieder zurück beim Auto lässt sich sagen: wunderschön, Jedenfallsempfehlung … aber im Sommer?

Da am Nachmittag noch Zeit war, fuhren wir noch auf den Pico do Areeiro und wanderten dann sogar noch einen Großteil der freigegebenen Strecke. Ob ich die temporär geschlossene Strecke auch je wandern will, weiß ich nicht, weil schaut ein bissi knackig aus und viel besser wird es vermutlich nicht mehr. Zusammenfassend: geniale Aussicht, insbesondere aufgrund der sich bewegenden Nebelschwaden.

Am Heimweg sind wir dann noch bei Balcoés vorbei und auch noch schnell hinspaziert. Wo wir zwei Stunden zuvor ins Tal blickten, schauen wir nun entgegengesetzt auf die schroffen Gipfel und die einzelnen Nebelfetzen – während neben uns unzählige Madeirabuchfinken ausgestreutes Futter einsammeln und dabei sehr fotogen sind.

Jetzt sitzen wir nach einem sehr guten Essen (natürlich aus dem Meer) auf unserer Dachterrasse, denken an Chile (da war es Nachts ähnlich warm) und genießen die letzten Stunden eines sehr schönen Urlaubs auf Madeira. – Hierher werden wir wohl wiederkommen!

Strandtag

Heute haben wir das letzte Mal sehr gut bei Cecilia gefrühstückt. Wie immer waren wir um 8 Uhr die Ersten beim Frühstück, obwohl wir glauben, dass nicht mehr als 3 der 10 Zimmer belegt sind. Wir glauben, dass sie gerade im „Wintermodus“ sind, weil buchen kann man’s auch nicht.

Zum Frühstück gab es wie üblich: Brot mit Käse, Schinken und Ei; danach Knuspermüsli mit griechischem Jogurt, Milch und natürlich Bananen. Der letzte Gang war dann, begleitet vom x-ten Pulverkaffee, ein von Cecilia selbst gebackener Kuchen. Diesmal mit Orangen, Karotten und – natürlich – Bananen. So wie die letzten Tage auch setzten wir uns nach dem Frühstück mit noch einem Kaffee und noch mehr Kuchen auf die Terrasse, von wo aus das Meer noch besser zu sehen ist. Zum Frühstücken ist es eine Ebene tiefer aber viel gemütlicher. Generell ist hier alles sehr freundlich und liebevoll gestaltet (gestern stand auf einmal eine Weihnachtskrippe da). Cecilia und Thomas sind ja auch den ganzen Tag irgendwie unterwegs und kochen/putzen/bauen was. Apropos Weihnachten: überall Weihnachtsmusik!

Nach einem herzlichen Abschied gingen wir eine „Dorfrunde“, freuten uns abermals über die heute echt hohen Wellen und fuhren dann nach Calheta zum Einkaufen und – endlich – Baden. Danach hatten wir an der Beachbar einen Poncha bzw. Bica und fuhren weiter nach Paul do Mar zum „Mittagessen“ (da war es schon weit nach Mittag) zu „unserem“ Lieblingsgasthaus. Und von dort ging es dann sehr gemütlich bis hierher: Porto Moniz, wo wir ein Penthouse-Apartment haben mit Blick direkt hinunter auf den Ort – besser könnte die Aussicht nicht sein!