Nach einem netten Morgen mit Vogelschauen, zeichnen, Route planen und Frühstück (Speck mit Eiern) sitzen wir gemütlich am Fluss



Nach einem netten Morgen mit Vogelschauen, zeichnen, Route planen und Frühstück (Speck mit Eiern) sitzen wir gemütlich am Fluss



Dieser Tag begann sehr früh, da bereits viel zu früh wach und der Versuch, trotzdem zu schlafen war nur teilweise erfolgreich.
Die erste Frage des Tages war, was machen wir heute eigentlich? Mal schnell googeln, was es hier zu sehen gibt und dabei auf die Idee gestoßen, ein Baseball-Match anzuschauen. Entgegen der LasVegasShow-Erfahrung (da haben alle Shows, die wir schauen wollten, an unseren zwei möglichen Tagen pausiert), hatten wir tatsächlich Glück und heute spielten die Chicago Cubs gegen die Pittsburgh Pirates im Wrigley Field. Jetzt gab es eine neue Aufgabe, die Regeln waren uns ja noch unbekannt und so versuchten wir, schnell das Spiel zu verstehen. Tatsächlich gelungen ist uns das aber erst beim Spiel und als wir glaubten, es wirklich zu begreifen, schoss der Batter der gegnerischen Mannschaft in ein vermeintliches Out und die zwei Angreifer liefen einen Homerun und es stand 0:2 nach bisher ewigen 0-Punkte-Innings. Leider konnten die Cubs das Spiel nicht mehr umdrehen und uns blieb eine Siegesstimmung verwehrt. Cool war es trotzdem…

Davor und danach haben wir uns natürlich auch bissl Stadt angeschaut, die hauptsächlich durch Hochhäuser und den Michigansee besticht. Sehr schön, obwohl heute überraschend kalt nach dem gestrigen warmen Wetter.



Gereist sind wir heute hauptsächlich mit den Öffis – Zug, Hochbahn, Metro, Bus – und irgendwie schaut vieles echt anders aus.

In den letzten Tagen haben wir uns eher im Norden aufgehalten und doch ganz unterschiedliche Gebiete kennengelernt. Grundsätzlich kann ich sagen, diese Insel ist nicht leicht zu verstehen, so zerrissen, schroff und gleichzeitig grün. Peter meint, sie ist noch zu jung, noch wenig durch Erosion abgerundet oder Täler gefüllt.
Fanal – Nebelwald:

In den Beschreibungen steht, man soll früh kommen, da ist Nebelwahrscheinlichkeit am höchsten. Wir waren den ganzen Tag dort: im Nebel, die Wege matschig, der Weg mystisch. Da ist wohl nicht unsere Reisezeit gemeint mit der Nebelwahrscheinlichkeit. Wir scheinen hier ein Vorweihnachtsloch erwischt zu haben, von den Touristenmassen war gottseidank nichts zu sehen, aber das Wetter überraschend trocken – außer dem Nebel halt.


Porto da Cruz und Küstenpfade:

Gestern sind wir zwar eine anstrengende, aber atemberaubende Wanderung gegangen. Von unserem Hotel in Porto da Cruz aus, konnten wir uns gar nicht vorstellen, dort gehen zu können. Es ging und das überraschend gut und „Gerlitauglich“. Unglaublich was die Menschen auf dieser Insel unternommen haben, um Wasser oder sich selbst von a nach b zu bringen. Geendet hat die Wanderung in Canical und zurück hätte es mit dem Bus gehen sollen. Nach Machico ging er auch, dann brauchten wir doch ein Uber-Taxi. Eine Erkenntnis des Tages: Busse haben auf Madeira Vorrang und fahren schneller als die Autos und Taxis.


…das war zumindest der Plan des heutigen Tages. Wir waren auch schon im Auto auf dem Weg zum Baden, als Peter einen gespeicherten Punkt auf googlemaps sah und nur kurz nachschaute, warum wir den vorgemerkt hatten. Eine kleine Levadawanderung, das wäre ja genau das Richtige nach den zwei anstrengenden Tagen…
…naja so kurz war sie dann doch nicht, vor allem aber, weil wir ständig stehen blieben zum Staunen und Foto machen. Irgendwie müssen wir bei den angegebenen Zeiten meist 50% dazurechnen, darunter schaffen wir es selten.


Angefangen hat sie auch sehr gemütlich, zwar den Levada do Moinho gegen die Fließrichtung, aber nur ganz leicht steigend, nicht stark ausgesetzt, perfekt für die Höhenangst. Am Ende des ersten Levada gehen wir den Bach etwas höher und steigen zum zweiten, etwas darüber gelegenen Levada Nova hoch. Diesen geht es wieder retour – oberhalb des ersten sozusagen.
Der Startpunkt ist mit einem Warnhinweis versehen und von da an sind meine Nerven immer wieder gefragt. Teilweise konzentriere ich mich nur auf den schmalen Pfad vor mir, ein Mantra innerlich aufsagend „Vertrauen in mich und den Weg“ und bleibe lieber nicht stehen. Peter bleibt hinten und genießt die teils spektakuläre Aussicht. Belohnt werden wir immer wieder mit wunderschönen Abschnitten, sogar einem Tunnel und einer kurzen Galerie. Die gewählte Richtung war gut, v.a. am Rückweg folgte ein Highlight dem nächsten – und können die beiden Levadas unterschiedlicher kaum sein.


Damit haben wir nicht gerechnet, weder mit der Herausforderung noch mit der atemberaubenden Schönheit.

Wieder ging es ins Gebiet der ersten Wanderung, teilweise waren wir nur wenige Meter „daneben“, jedoch viele Meter darüber.

Wir kombinierten mehrere einzelne Wanderwege zu einer großen Wanderung. Der Weg führte uns viele Höhenmeter auf und ab, an weiteren Levadas entlang zu mehreren Wasserfällen.


Wieder wunderschön – und ein gutes Abendessen am Meer bildete den Abschluss dieses Tages.

Diese Insel ist sehr interessant (steirische Übersetzung = die Insel is ziemlich oarg).
Schon beim Anflug war eigentlich keine Insel zu sehen, sondern eine Ansammlung von Schluchten mit steilen, grünbewachsenen Bergkämmen dazwischen. In der Fahrt vom Flughafen nach Jardim do Mar waren wir schon beeindruckt, wie wenig ebene Flächen für die Menschen zur Verfügung stehen und Funchal, wie auch jeder weitere Ort, in den Hang gebaut ist, verbunden durch Tunnel.

Die ersten Tage sind wir ins Hinterland zum Wandern, dabei hatten wir jedesmal Nebel, teilweise Regen und kühle Temperaturen, während bei unserer Unterkunft den ganzen Tag die Sonne schien, warm war und Menschen baden gingen – keine halbe Stunde mit dem Auto entfernt..

Auf der Fahrt zurück vom Wandern, die Straße fast ausschließlich steil nach unten führt – über 10% Steigung völlig normal, bei 32% gab es einen Hinweis zu einer Alternativroute – lichtete sich der Nebel und es gab schönste Aussicht auf das Meer. In dieser Übergangszone war das Phänomen der Fallwinde wunderschön zu sehen. An gewissen Stellen sauste der Nebel plötzlich schnell nach unten, bis er sich auflöste. Auch heute während des Frühstücks gab es plötzlich einen kalten Wind und draußen am Meer war Regen zu sehen. Heute bleiben wir auf unserer Seite – im Hinterland soll es regnen und hier wird es vermutlich trocken bleiben.
Die Insel wird als das „Haweii Europas“ bezeichnet, da hier alles üppig grün ist – Gras, Farne, Palmen, Lorbeerwälder, Flechten, Moose, Bananen…

Also das Fazit der ersten Tage … schön ist es hier!
Wir fragten unsere Vermieterin in Knippla, wo man hier Fisch kaufen könne und ich war überrascht, dass sie darauf nicht wirklich eine Antwort hatte. Sie frage aber in der lokalen FB-Gruppe nach, ob jemand die nächsten Tage fischen geht. Sie meinte damals bereits, dass sie zwei Dorschfilets im Gefrierschrank hätte, die sie uns geben könnte. Wir verneinten, da wir frischen Fisch wollten und keinen Iglo-Fisch, komisch kam es mir jedoch schon vor.
Am nächsten Tag hätte es fast Makrelen gegeben, aber es dauerte zu lange, bis wir antworteten und so waren andere schneller. Daraufhin kam sie nochmals auf den Dorsch zu sprechen und da erst erkannten wir unseren Irrtum. Die Söhne sind alle drei Fischer und der Gefrierschrank ist nicht mit Iglofisch voll, sondern selber gefangenen Fischen. Sie brachte dann ein Packerl mit zwei großen Filets, wie es in Österreich nicht zu bekommen ist.
Deshalb gab es heute Fisch 😀

