Für alle, die uns hier verfolgen bzw. auch in den Nachrichten zuhause von Unwettern in den USA gelesen haben: wir sind aktuell im Raum Oklahoma City, draußen ist es richtig kalt und der Wind weht von Norden – sprich wir sind hinter der Unwetterfront (alles gut).
N37,26° W95,78°
Elk City State Park, KS – day 6 – 835| 1.278 mi
Es gab dann das erste Mal richtiges Müsli/Obst-Frühstück, danach wanderten wir zur Marina, fuhren für unsere Verhältnisse zeitig los und erreichten bald unseren dritten Bundesstaat: Kansas.
Missouri war geprägt von Auf-Ab-Straßen, regelmäßig änderte sich innerhalb von ein paar hundert Metern die Höhe und sprang von vlt. 240 hm auf 300 hm und wieder zurück, was das Fahren recht lustig machte. Die Straße war kurviger und teils auch schmäler. Wir bevorzugen es, eher die „ländlicheren“ Straßen zu fahren als die Interstates. Die Landschaft ist grün mit viel Viehwirtschaft und echt schön gezeichneten Kühen.





Auch anders als zuhause sind die Roadkills: in IL hauptsächlich Waschbären und vereinzelt Stinktiere, Rehe und Vögel – die Fahrt wird außerhalb der Orte fast durchgehend von Geiern begleitet, vermehrt dort, wo Kadaver liegen. In MO kamen zu den genannten Tieren dann die Gürteltiere dazu. Selten habe ich diese Tiere bisher in freier Wildbahn gesehen und beim ersten am Straßenrand konnten wir es kaum glauben. Irgendwann haben wir aufgehört zu zählen. Gerlinde las nach, das Gürteltiere doch nicht so selten sind.
In KS dann ist alles flach, kein Auf-Ab mehr, einfach flach um die 300 hm. Manchmal erscheinen am Horizont kleine Hügel. Man sieht große Äcker, aber auch Viehweiden. Es geht ewig gerade dahin, kann sein 50 km bis eine kleine Kurve kommt, dann wieder weiter geradeaus. Zu den – hoffentlich nicht Roadkills – kamen kleine Schildkröten (angeblich Dosenschildkröten) dazu, die gemütlich auf der Straße sitzen oder diese queren.

Nach dem instabilen Wetter gestern ist es heute viel ruhiger und ein richtig schöner „Sommertag“. Am Nachmittag wurde es wieder stürmisch: es kommt eine Kaltfront aus Norden, die diese warm/feuchten Luftmassen dann endgültig davon schiebt. Für morgen Freitag sind weitere Unwetter angekündigt.

Angekommen sind wir hier relativ früh und genossen den Nachmittag bis knapp zum Sonnenuntergang am Strand des Stausees. Zu essen gab es Salat, Gemüsereis und Kareeschnitzl (natürlich am Feuer zubereitet). Und so saßen wir dann noch bis spät in die Nacht am Feuer, genossen den lauen Wind bei sternenklarem Himmel.
N37,61° W93,74°
Stockton State Park, MO – day 5 – 688|1.470 mi
Die Ozarks haben wir dann „noch“ später verlassen, da wir lange entlang des Sees spazierten und auch noch eine Runde durch den „Ozark-Menschen-Wahnsinn“ drehen mussten.

Nach Einkaufen und Tanken machten wir eine gemütliche Mittagspause im WoMo (draußen war es bewölkt und zu windig) und erreichten später über – hier Dorfstraßen – den Stockton State Park.

Auf den letzten Kilometern kam übers Handy bzw. Google die Warnung: „Tornado-Watch“ und dass unsere Route beeinträchtigt sein könnte. War sie nicht, doch beim Einchecken am Campingplatz spürten wir eine gewisse Nervosität der beiden Frauen, die auf aktuelle Funksprüche verwiesen und uns den „unofficial“ Ort: die Duschen nannten, sollte es uns zu ungemütlich werden, „und wir haben ja auch eine Sirene“.
Wie in den Ozarks, viel ist hier aufgrund der allgemeinen Wetterlage nicht los, hatten wir das Privileg des „Follow-Me“-Auto bis zu unserem Platz. Und gerade als wir dann losgehen wollten um die Umgebung zu erkunden, fing es an zu regnen (‚waren ja auch wirklich dunkle Wolken) – und so verbrachten wir den Rest des Abends im WoMo, kochten, malten/lasen, beobachteten das Wetter und schliefen entspannt ein. – Die Tornado-Warnung war letztendlich nicht mehr als eine Warnung, ca. 100 km weiter nördlich jedoch sah es jedoch anders aus: News.

Heute sitzen wir bei wolkenlosem Himmel und vereinzelt vorbeiziehenden Hochnebelfeldern im Freien und genießen nach einem Morgenspaziergang die Sonne und Ruhe. Die Sonne hat auch jetzt schon ordentlich Kraft.


N38,07° W92,58°
Lake of the Ozarks State Park – day 4 – 574|1.545 mi
Als wir die Serie “Ozarks” schauten, recherchierte ich wo die „Ozarks“ eigentlich sind. Ergebnis: irgendwo, da komm ich nie hin. – Und siehe da, wir sind im Lake of the Ozarks State Park angekommen. Heute sind wir nach einem gemütlichen Frühstück (stilgerecht Ham&Eggs) relativ früh losgefahren, haben getankt (16 mi übrig ist bei dem WoMo nicht der große Puffer) und sind weiter zum Eagles Bluff. Keine Adler gesehen, dafür vieles anderes. Heiß war es um die Mittagszeit. Man merkt, wir kommen weiter nach Süden.
Wenn man den Lake of the Ozark im Luftbild betrachtet, ahnt man „Menschenwahnsinn“, doch hier im State Park ist es sehr ruhig. Wir sind keine hundert Meter vom Wasser weg, es weht böig warmer Wind und wir sitzen mit kurzer Hose und T-Shirt am Tisch, schauen aufs Wasser und haben gerade die Planung für die nächsten Tage abgeschlossen. Es schaut ganz gut aus, Las Vegas pünktlich zu erreichen.
Während Gerlinde für heute Abend ein Chilli vorbereitet, beobachte ich die 12 Geier, die über uns kreisen.

Nach einem guten Abendessen bei, solange noch Licht, grandioser Aussicht, drehten wir noch eine kleine Runde über den Campingplatz (wie vom Parkhost versprochen, ist unser Platz einer der schönsten) und legten uns dann bei aufkommendem Wind in unser gemütliches Bett. Irgendwann in der Nacht hat es geregnet (man merkt das, wenn es einen durchs offene Fenster an regnet) und auch heute früh wachten wir im Regen auf. Laut Prognose soll es gegen 9 aufhören. Das Wetter ist in den letzten Tagen durch feuchte, warme Luft geprägt, die immer wieder zu Gewittern führt und speziell heute dürfte es eher unbeständig sein. Aber: jetzt punktet das WoMo voll. Wir sitzen, nachdem wir mit warmen Wasser gleich im WoMo duschten, bei einem Kaffee am breiten Fenster, lesen, schreiben oder schauen einfach nur aus dem Fenster. Irgendwann wird dann der Hunger fürs Frühstück siegen und auch der Regen enden.

N39,10° W92,32°
Finger Lakes State Park, Mi – day 3 – 444|1.492 mi
Nachdem wir nach dem Frühstück noch zu den White Pelikan gegangen sind, ging es gemütlich los an „Landstraßen“ Richtung Süden und Missouri.
Gestern war ich ganz begeistert einen Weißkopfseeadler gesehen zu haben, dann sogar noch einen. Heute wurde klar, die sind hier nicht selten. Mehrere, auch zwei im zweiten Kalenderkleid, haben wir während des Fahrens gesehen. Im Mark Twaine State Park durften wir sie sogar einen im Nest bewundern

Nachdem es noch Zeit war, haben wir dort nicht übernachtet und sind weiter zum Finger Lake State Park. Peter hat heute gekocht und es gab leckere Burger mit gedünstetem Gemüse, währenddessen haben Vögel und Frösche ihr Lied gesungen.

N40,20° W90,20°
Anderson Lake Fish and Wildlife Area (IL) – day 2 – 231/1.669 mi
Heute ging es entlang der Illinois-River-Road in Richtung Südwesten. Die meiste Zeit der Fahrt hatten wir Gegen- oder Seitenwind, was dem Verbrauch nicht sonderlich zuträglich war. Losgefahren sind wir natürlich spät, weil‘s ja auch so schön war. Nach einer relativ ebenen Highway-Strecke erreichten wir die River-Road, die uns auf „kleineren“ Straßen entlang des Illinois-RIver zum „Rice Lake – Fisch & Wildlife Area“ führte – zuvor noch ein Einkauf bei Walmart, da wir gestern ein paar Dinge vergaßen.
Im Internet habe ich über Flood-Warnings gelesen und tatsächlich war der Wasserstand hier ziemlich hoch. Wir waren die einzigen dort, entspannten am riesigen Illinois-River (da fahren riesige Schiffe) und entschlossen uns, noch ein wenig weiter zu fahren.

Hier am Anderson Lake angekommen, spazierten wir den Campingplatz, der direkt am See liegt, entlang und suchten uns den perfekten Platz. ‚war ziemlich einfach, wir sind die einzigen. Im Sommer wird es hier ganz anders aussehen. Lustig ist, was wir gestern auch schon beobachteten: es fährt regelmäßig irgendein „Brodl-Auto“ vorbei – mit irgendeinem Plan den wir nicht einmal erahnen können.
Jetzt ist es kurz vor 19 Uhr, zeitweise ist der Wind stark, zwischendurch nieselt es auch. Ich habe schon einige Male zwischen draußen und drinnen, wo es auch sehr gemütlich ist, gewechselt. Und während ich schreibe, Vögel zwitschern höre und keine 100 m entfernt mehrere Kanadagänse sitzen, kocht Gerlinde uns das Abendessen. – Feuer gibt es heute aufgrund des Windes keines, aber es ist auch ziemlich warm – und verm. wird es jeden Tag wärmer.


… es ist schon wieder so schön.

Der Morgen im Illini State Park
Nach einem netten Morgen mit Vogelschauen, zeichnen, Route planen und Frühstück (Speck mit Eiern) sitzen wir gemütlich am Fluss


