An den Vögel kann man erkennen, dass wir im diesem Urlaub eine weite Strecke reisen. Einige Vögel mit der Regionsbezeichnung „east“ wurden langsam abgelöst von Westvögel
Eastern Bluebird von Western Bluebird
Eastern Kingbird von Western Kingbird
Eastern Meadowlark von Western Meadowlark
Eastern Phoebe von Says Phoebe
Andere verschwinden einfach und es kommen ähnliche Arten hinzu. So ist der Blue Jay mittlerweile nicht mehr zu sehen und derzeit einige möglich – gesehen wurde bereits der Steller’s Jay
Der Northern Cardinal war lange ein treuer Begleiter und dieser hat sich am Palo Duro Canyon letztmalig gezeigt.
Der American Robin war ab Oklahoma abwesend und hat sich gestern am Monzano Mountain wieder kurz gezeigt
Somit bleiben die Turkey Voltures, die uns bislang treu geblieben sind und vielleichtdie unscheinbaren Chipping Sparrow.
Gerlinde machte in der Früh eine kurze Vogelrunde und traf dabei auf eine Gruppe Birder, die ihr den Bird/Wildlife Blind empfohlen. Knapp 1 km weg, da gehen wir schnell hin vor dem Frühstück. Das Frühstück hatten wir dann knapp nach Elf, dafür echt tolle Vogelsichtungen.
Um Zwölf saßen wir im WoMo und fuhren los. Und wenn ich gestern dachte, die Gegend sein nun endlich die, die ich mir für die ganze Strecke erwartet habe: flach, dünn besiedelt und Vieh-/Weidewirtschaft – dann kannte ich die Strecke heute nicht: noch mehr flach, noch mehr gar nicht besiedelt.
Wir bewegten uns auf einer Ebene mit einer Höhe zwischen 1.100 und 1.300 m. Alle 40 km vielleicht ein „Dorf“ mit wenigen Häusern, riesigen Kornsilos und einer 2-gleisigen Zugstrecke parallel zur Straße. Zeitweise fuhren regelmäßig Züge neben uns: Anzahl der Loks ca: 3 vorne, 2 in der Mitte, 2 hinten; Wagone: 90-140. Der Verkehr war variabel, die Qualität der Straße auch, Wind? Gegen- bis bestenfalls böigem Seitenwind. Highlight der heutigen Strecke: mexikanischer Foodtruck in Clovis.
Jetzt sitzen wir etwas über dem Sumner Lake, es weht nur noch eine angenehm warme Brise. Nach unserer Ankunft setzten wir uns an den See und spazierten danach bei echt angenehmen Wetter. Es schaut hier so anders aus, als es die ganze Strecke hierher tat. Hier ist es vergleichsweise grün – jedoch bei einer ganz anderen Vegetation: Wacholder, Mesquite, Sukkulenten, verdorrtes Gras.
Palo Duro Canyon State Park, TX – day 11 – 1.487|884 mi
Als wir vor 2 Jahren hier in Texas waren, schaute ich die State Parks durch und sehr hoch gereiht wurde einer ganz im Norden. Ich habe damals wirklich überlegt, hierher zu fahren, die Idee dann aber aufgrund der Distanzen wieder verworfen. Und auf einmal sind wir da! Wie gestern, wieder ein Canyon, nur größer, weiter und überhaupt. Das „State Park Leben“ spielt sich hier innerhalb des Canyons ab. Als wir gedanklich nach Texas kamen, wollten wir wieder ein paar Nächte vor reservieren und siehe da, hier auch Tage zuvor und nicht(!) Wochenende beinahe ausgebucht. Wir ergatterten einen der letzten freien Plätze, aber nicht in dem Loop, den ich schon zuhause im Auge hatte – oder besser gesagt, wieso wir überhaupt diesen State Park als Fixpunkt haben. ‚hat mich ein bissi genervt, die letzten Tage, v.a. weil wir es ja eigentlich hätten wissen müssen. Jetzt hier muss ich sagen, so schlecht ist unser Platz auch nicht.
Heute Morgen haben wir nicht wirklich getrödelt, aber auch nicht wirklich Stress gehabt. Eigentlich so wie immer. Nach einem guten Frühstück beobachteten wir noch die Präriehunde und einen Roadrunner (die sind wirklich lustig).
Dann ging es über elends lange, gerade Straßen mit Rückenwind und kaum Verkehr hierher. Die Ebene liegt auf über 1.000 m und wenige Kilometer vor unserem Ziel überhaupt keine Anzeichen eines Canyons. Wir sind jetzt auf etwa 870 m, haben einen gemütlichen, heißen Nachmittag hinter uns (gut, dass das WoMo Klima und gut, dass der Standplatz einen überdachten Bereich hat) und sitzen jetzt, knapp nach Sonnenuntergang um Halb Neun auf der Bank, schreiben bzw. malen. Bald wird es abermals Burritos geben. Am späteren Nachmittag machten wir noch, wie in den letzten Tagen auch, eine längere Wanderung und sahen dabei weitere Roadrunner, diverse Vögel und ein Gürteltier, das ganz nah zu uns kam.
Caprock Canyon State Park, TX – day 10 – 1.387|951 mi
Der Tag begann bereits mit einer kleinen Überraschung. Als ich eine morgendliche Vogelrunde unternahm, entdeckte ich eher zufällig eine kleine Eastern Screech-Owl. Sie ist gerade mal so groß wie eine Hand, schlief im Gebüsch und nur beim Fotografieren von vorne, öffnete sie ein klein wenig die Augen.
Die zweite Überraschung war der Caprock Canyon State Park und da vor allem die Bisons, die da einfach gehen, grasen, schlafen, einmal sogar laufen.
Und mitten unter diesen großen Tieren immer wieder mal Prärie-Dogs – sehr liebenswerte kleine Kerlchen, die sich bei Gefahr in ihre Höhlen verkriechen.
Dabei wäre dieser Canyon alleine schon sehenswert genug.
Copper Break State Park, TX – day 9 – 1.284|1.016 mi
Heute war der Tag so wie einer in 2024 zur SoFi. Gemütlich aufgestanden, gefrühstückt und dann entspannt losgefahren. Einkaufen, tanken und nach nur „wenigen“ Meilen im nächsten State Park angekommen, dabei die Grenze zu unserem 4. Bundesstaat (Texas) überquert. Primär kommen wir weiter nach Westen und damit wird es trockener. Heute das erste Mal richtig wieder flach und richtig große Äcker und Weideflächen. Ähnliches sahen wir bisher nur in IL.
Nach dem Check-In, in TX sind die State Parks schon ein bissi „anders“, sind wir zu unserer Parzelle, haben seit langem wieder einmal zu Mittag gegessen: Hot Dogs und sind dann zu einer netten Wanderung von rund 6 km aufgebrochen. Zusammenfassend: es wird trockener (Fire Ban durchgehend seit November).
Jetzt sitzen wir um Halb Neun vor dem WoMo, hören Grillen zirpen und genießen die Stimmung. Nach dem Big Bend Ranch SP soll das hier einer der dunkelsten Orte Texas sein. – Es ist wolkenlos und wenig Mond: wir sind gespannt. So langsam wird es dunkel und kühler/kälter. Während ich hier vor dem WoMo auf der SP-Tisch-Bank-Kombi bleibe, geht Gerlinde ans Kochen: Rindfleischstücke mit Kartoffeln.
Zuhause hatte ich eigentlich keine großen Erwartungen, ein Bison zu sehen wäre nett. Auch Vogeltechnisch bin ich eigentlich nicht von viel Neuem ausgegangen, freute mich einfach darüber diesmal das Wissen und die Erfahrung aus Texas mitnehmen zu können. Vor zwei Jahren musste ich doch fast alle Arten hier neu lernen.
Bisher 36 neue Arten und gesamt 82 Vogelarten.
Ich habe diesmal die freie Zeit nicht mit lesen, sondern zeichnen verbracht. Für mich eine ganz neue Art die Eindrücke in der Natur zu verarbeiten
Great Plains State Park, OK – day 8 – 1.194|1.045 mi
Bislang war die Gegend die wir durchquerten nicht so stark variierend. Mal mehr Ackerland, dann wieder mehr Weideland. Mal mehr Dörfer oder Städte, dann wieder lange vermeintlich nichts. Mal leicht wellig, dann wieder „brettleben“.
Heute änderte sich das aber. Vom Lake Thunderbird State Park Richtung Westen haben sich erste Erhebungen am Horizont gezeigt und die Wichita Mountains waren erste Berge seit langem. Dort habe ich auch meine ersten Bisons gesehen und war ganz fasziniert von diesen großen Wesen.
Mittlerweile sind wir am Great Plain State Park, haben Feuer gemacht und Burger gegessen. Vermutlich träume ich heute von Bisons und Texas Longhornrindern.