N35,32° W112,85° 1.607 m

KOA Seligman – day 18 – 2.457|186 mi

Bei der Routenplanung für den heutigen Tag, waren wir unschlüssig, ob wir den Bergpass über Jerome wagen sollten oder nicht. Dieser ist angeblich nur bis 30 ft lange Fahrzeuge erlaubt und auf YouTube sahen wir abenteuerliche Videos von Wohnwagenanhängern. Wir haben zwar nur 25 ft, aber etwas verunsichert waren wir doch. Wir sind aber in den USA, da gelten eigentlich andere Dimensionen und sie erscheinen uns eher vorsichtig bei Warnungen. Daher beschlossen wir, die 20 Meilen zu sparen und die Bergwertung zu nehmen.

Erste Überraschung war, dass sie doch für bis zu 50 ft erlaubt ist und zweite, dass es tatsächlich ein Bergpass mit teilweise engen Kurven war.

Für uns war das Ganze relativ einfach. Ich weiß jedoch nicht, wie es dem einem entgegenkommenden Pickup mit langem Riesenwohnwagen ergangen sein mag, da es vor allem in Jerome sehr eng in der Stadt war.

Der Rest der Strecke war dann wieder von ewig lange Geraden geprägt.

Unser heutiger Campingplatz war eigentlich bekannt aus 2014, da wir auch damals in Seligman übernachteten. Wiedererkannt haben wir eigentlich viel weniger als erwartet, aber an den „Historic Route 66“-Hype konnten wir uns erinnern und doch waren wir auch diesmal fasziniert von den alten Geschäften, Autos und Tankstellen.

Black Cat Bar in Seligman

Den Abend haben wir natürlich mit Feuer ausklingen lassen. Der nette KOA Mitarbeiter hat uns sogar Holz geschenkt, da er morgen zum Great-Teton Nationalpark fährt, um dort den Sommer über zu arbeiten.

N34,76° W112,01 1.035 m

Dead Horse Ranch State Park, AZ – day 16/17 – 2.350|283 mi

Gleich in der Früh war der Wind schon so stark, dass wir lieber im WoMo frühstückten, obwohl es draußen echt nett gewesen wäre. Nach einer kleinen Runde am Campingplatz fuhren wir dann zeitig los und beinahe direkt zum „private owned“ Meteor Crater bzw. dem Barringer-Krater.

Schon am Parkplatz dann laute Super-Hollywood-Wahnsinnsmusik. Wir sind trotzdem noch hinein, wurden „begrüßt“ und direkt zu den Schaltern geleitet – dort haben wir dann umgedreht. Es wird verm. nicht schlecht sein, aber das meiste passiert verm. drinnen im Gebäude (quasi Museum) und wir wollten eigentlich ja nur auf den Kraterrand gehen und die Dimensionen erfassen. Unser neuer Plan: mit dem Geld in Flagstaff zu einem Mexikaner Burrito essen – bzw. viele Burritos essen.
Gerlinde suchte ein entsprechendes Lokal aus, nur war in Flagstaff so viel los und unser WoMo zu groß für den verbleibenden Parkplatz. Geendet hat das Projekt „Mittagsjause“ kurz darauf in der Picknick-Area in einem lokalen Park. Es war echt nett, draußen Wind/Regen(+bissi Schnee) abwechselnd. Wir drinnen im Warmen – als Nachspeise dann noch Blueberry-Muffins und Kaffee. Wer hätte das von Flagstaff erwartet? Wir nicht; ich eine gänzlich andere Stadt, heiß in der Ebene und unspektakulär – traf alles nicht zu. Bei der Auffahrt auf den Highway: „könnte Schweden sein“.

Die Fahrt nach Süden bot dann das nächste Highlight: die Straße wurde schmäler und wirklich alpin hinunter in ein Tal (Oak Creek): bissi ähnlich zu Norditalien, wenn da nicht die tief roten Felswände wären.

Je weiter wir das Tal hinaus fuhren, desto mehr touristischer wurde es bei gleichbleibend atemberaubender Kulisse und dann kam Sedona – wow, so auch nicht erwartet. Touriwahnsinn (Sonntag Nachmittag) gepaart mit unglaublicher Aussicht.

Nur schnell durch, Parken wäre auch mit einem „normalen“ Auto nicht einfach gewesen. Die Strecke nach Cottonwood wieder wie gewohnt, 2-spurig hinunter ins Haupttal. Zuerst Walmart dann Laundromat (Waschsalon) in Clarksdale (beides eine gute Wahl). Das Wetter nach wie vor bewölkt und kühl. Finaler Punkt des Tages, der State Park mit Strom, Wasser und Internet und: KEIN fire ban!

Das erste Mal auf dieser Reise blieben wir zwei Nächte an diesem Standort und eigentlich wollten wir nach Sedona fahren.  Mit dem WoMo tun wir uns das aber sicher nicht an. Gottseidank hat uns gestern ein Shuttlebus überholt, der stündlich von Cottonwood nach Sedona und retour fährt – und das Ganze zu einem unglaublichen Preis. So spazierten wir die etwas mehr als 3 Kilometer zur Bushaltestelle und ließen uns zum Wahnsinn führen.
Eigentlich waren zwei Wanderungen geplant, da der Busfahrer jedoch keine Lust hatte, die letzte Station anzufahren, stiegen wir ganz wo anders aus, als geplant. Zeitgleich mussten wir feststellen, dass die Hikingshuttlebusse nur von Donnerstag bis Sonntag fahren. So haben wir das Beste aus der neuen Situation gemacht und gingen eine Wanderung, die zufällig in der Nähe der „neuen Haltestelle“ losging. Es stellte sich als eine sehr gute Wahl heraus, ein wunderschöner Weg entlang einer einzigartigen Kulisse, weit weg vom Wahnsinn und daher angenehm ruhig.

An einem Punkt hatten 2 Junipertittmouse ein riesen Gezetere veranstaltet und daher schauten wir da mal genauer. Es stellte sich heraus, dass sie versuchten ihre Brut zu verteidigen, die womöglich jedoch schon von einer gestreiften Peitschennatter gegessen wurde.

Diesen Weg ging es dann noch bissl weiter, bis wir ihn Richtung Stadt verließen, kurz in den Wahnsinn eintauchten und dann einen Weg zum Flughafenhügel fanden. Dieser versprach eine schöne Wanderung mit Aussicht. Der „Zubringerweg“ war dann nochmals eine Überraschung und trotz des knackigen Aufstiegs wirklich schön. Unglaublich viele Kakteen, die hier in unterschiedlichen Farben blühen. Dann ein kurzer Schreck, als eine kleine Schlange vor meinen Füßen auftauchte. Ich einen Sprung zurück und sie einen ins Gebüsch. Da haben wir uns wohl beide geschreckt.

Am Start der eigentlich geplanten Wanderung angekommen, die Aussicht genossen und „unseren Weg“ wieder zurück gegangen. Irgendwie hatten die zwei ungeplanten Wege mehr zu bieten.

Kurz in den Wahnsinn eingetaucht, mit dem Bus zurück und nach der Wanderung zum Campingplatz waren die Beine müde und wir freuten uns auf einen gemütlichen Abend mit Burger am Feuer.

N35,03° W110,65° 1.846 m

Homolovi State Park, AZ – day 15 – 2.211|317 mi

Am nächsten Morgen sind wir vor dem Frühstück dann nochmals die Canyon-Runde gegangen und dabei auf eine Pferdeherde und einige Vögel und –nester gestoßen.

Nach dem Frühstück machten wir uns dann recht zeitig auf den Weg zum Petrified Forest NP.

Nach langem Überlegen haben wir uns entschieden, diesen NP, der ja direkt entlang der Strecke liegt, doch zu besuchen. Vor knapp 12 Jahren stand dieser Park auch als möglicher Punkt auf der Liste, war dann aber zu weit weg. Wir besuchten stattdessen einen „Petrified Forest State Park“, an den sich Gerlinde eher erinnert als ich. Was wird uns heute erwarten? Ein paar versteinerte Baumstämme und –stücke vielleicht, ein bissi buntes Gestein dazu. Die Erwartungen waren nicht all zu hoch.

Für mich war es einer der schönsten NP, die ich bislang besuchen durfte! Vielleicht war es auch das Wetter, die Ruhe oder einfach nur die unzähligen(!) versteinerten Bäume, die sehr gut erhalten einfach auf/zwischen den grauen und violetten Sedimenten liegen.

Wir haben von einem Ranger den Tipp erhalten, in einem Gebiet zu wandern, was wir taten, und erst bei „naher“ Betrachtung sieht man, dass in manchen Bereichen zwischen den Baumstämmen, die da einfach wahllos herumliegen, die Steine (oft Kiese aus dem darüber liegenden Konglomerat) auch nur Bruchstücke von versteinerten Bäumen sind. Bäume, die vor 220 Millionen Jahren hier wuchsen.

Es war unglaublich!
Der Ranger meinte dazu: „wenn ihr dort wandert, dann werdet ihr mir nicht böse sein, wenn ihr später keine Zeit mehr habt, um den letzten Punkt zu besuchen“. Vermutlich hatte er recht, wir haben den letzten Punkt nicht mehr angefahren, es war wirklich spät, wir blieben wirklich lang und kamen erst im Dunkeln hier an. Das Ankommen war spannend, da wir uns ein bissi vor einer Schranke fürchteten (die gibt es, zwar selten, in den SP). Nach der Abzweigung sahen wir zweimal vor uns reflektierende Schranken in der Dunkelheit und beide Male drehten wir nur ganz kurz davor ab. Die eigentliche Suche nach dem Standplatz war dann eine (weitere) Herausforderung, außer dem Mond und dem Sanitärgebäude gab es nicht viel Licht. – Und heute stehen wir perfekt ausgerichtet auf unserem Platz, waren bereits duschen, aßen ein erstes Frühstück (Müsli), Gerlinde malt. Draußen? Eigentlich schön, angenehm kühl, aber windig. Heute wieder „Yellow Wind Advisory“.
Was machen wir heute? Jetzt einmal gemütlich nichts, so wie es aussieht. Dann ein zweites Frühstück und irgendwann die Fahrt zum am besten erhaltenen Meteorkrater der Welt, dem Barringer-Crater, dann weiter Richtung Sedona, wo wir absolut keine Ahnung haben, was uns da erwarten wird. ’soll toll sein dort.

N35,30° W108,11° 2.279 m

Bluewater Lake State Park, NM – day 14 – 2.002|486 mi

Ziemlich kalt war es heute, als wir aufgewacht sind, vlt. 4° C, obwohl es sich im WoMo nicht so angefühlt hat. Bei wolkenlosem Himmel wurde es dann mit der Sonne aber recht bald auch angenehm warm, sodass wir ein gutes Frühstück im Freien genießen konnten. Nach einem weiteren Spaziergang im Wald (ich fragte den Parkranger, wann das Feuer war: 2007) ging es dann über alpine „Verhältnisse“, meist über 2.000 m am Fuß der Bergkette nach Norden.

Wir erreichten die I40 und mit der ging es bergab nach Albuquerque und auf der anderen Seite des Tals/Beckens wieder nach oben.

Und von da weg war die Landschaft dann anders: Hochebene mit seitlichen Plateaus.

Wir sind nicht mehr so weit weg vom Grand Canyon und all den bekannten Sehenswürdigkeiten. Heute war das Fahren viel angenehmer als gestern, da es nur gegen Ende hin böigen Wind gab. Irgendwann bogen wir von der I40 nach Süden ab und führen den „Hügel“ hinauf, erreichten so diesen State Park, der auf der einen Seite von einem Stausee, auf der anderen von einem kleinen Canyon begrenzt wird. Durch den Canyon sind wir dann auch gleich noch gewandert. Nicht zu übersehen: noch einmal höher als gestern!


Heute Abend gibt es Chili – im WoMo, zuviel Wind draußen und zu dunkel mittlerweile. Mit der Zeitzonenänderung wurden die Abend wieder etwas kürzer.

N34,60° W106,36° 2.222 m

Manzano Mountain State Park, NM – day 13 – 1.838|635 mi

Heute in der Früh machte Gerlinde einen langen Spaziergang, während ich gemütlich im WoMo blieb und las. Später gab es Frühstück und mit der steigenden Sonne wurde es immer wärmer und windiger. Wegen des bevorstehenden Winds änderten wir die Route auf eine 2-spurige Interstate mit weniger Schlaglöchern und erwarteten eine Fahrt auf einem 1.300 m hohen Plateau um gegen Ende ein wenig höher im Manzano Mountain State Park zu landen. Der Park liegt wohl am Fuß eines Gebirges.

Der Wind war dann echt heftig und die nächste Red-Flag-Warning: Wind/Gusts. Da wir die meiste Zeit aber genau gegen den Wind fuhren, war es – vom Verbrauch abgesehen – ganz ok. Dabei ging es nicht, wie erwartet, entlang einer Ebene, sondern wir stiegen immer wieder Plateaus nach oben und erreichten dabei 2.150 m. Es sah ein wenig aus wie in den Alpen, sogar jede Menge Windräder.


In Moriarty wollten wir Brot für Mittagsburger kaufen, kein Wallmart, also Family Dollar. Den Fehler haben wir 2 Jahre zuvor auch schon gemacht, es gibt alles (sogar Gerlis Lieblingssaft), Brot aber nicht. Genau neben dem Parkplatz befand sich ein mexikanisches Restaurant – sind wir schon drinnen gesessen und haben je einen sehr authentischen Burrito gegessen. Ich sag dazu: „es muss ja nicht immer Fleisch sein“.

Ost- Westvögel

An den Vögel kann man erkennen, dass wir im diesem Urlaub eine weite Strecke reisen. Einige Vögel mit der Regionsbezeichnung „east“ wurden langsam abgelöst von Westvögel

  • Eastern Bluebird von Western Bluebird
  • Eastern Kingbird von Western Kingbird
  • Eastern Meadowlark von Western Meadowlark
  • Eastern Phoebe von Says Phoebe

Andere verschwinden einfach und es kommen ähnliche Arten hinzu. So ist der Blue Jay mittlerweile nicht mehr zu sehen und derzeit einige möglich – gesehen wurde bereits der Steller’s Jay

Der Northern Cardinal war lange ein treuer Begleiter und dieser hat sich am Palo Duro Canyon letztmalig gezeigt.

Der American Robin war ab Oklahoma abwesend und hat sich gestern am Monzano Mountain wieder kurz gezeigt

Somit bleiben die Turkey Voltures, die uns bislang treu geblieben sind und vielleichtdie unscheinbaren Chipping Sparrow.

N34,62° W103,39

Sumner Lake State Park, NM- day 12 – 1.674|733 mi

Gerlinde machte in der Früh eine kurze Vogelrunde und traf dabei auf eine Gruppe Birder, die ihr den Bird/Wildlife Blind empfohlen. Knapp 1 km weg, da gehen wir schnell hin vor dem Frühstück. Das Frühstück hatten wir dann knapp nach Elf, dafür echt tolle Vogelsichtungen.

Um Zwölf saßen wir im WoMo und fuhren los. Und wenn ich gestern dachte, die Gegend sein nun endlich die, die ich mir für die ganze Strecke erwartet habe: flach, dünn besiedelt und Vieh-/Weidewirtschaft – dann kannte ich die Strecke heute nicht: noch mehr flach, noch mehr gar nicht besiedelt.

Wir bewegten uns auf einer Ebene mit einer Höhe zwischen 1.100 und 1.300 m. Alle 40 km vielleicht ein „Dorf“ mit wenigen Häusern, riesigen Kornsilos und einer 2-gleisigen Zugstrecke parallel zur Straße. Zeitweise fuhren regelmäßig Züge neben uns: Anzahl der Loks ca: 3 vorne, 2 in der Mitte, 2 hinten; Wagone: 90-140. Der Verkehr war variabel, die Qualität der Straße auch, Wind? Gegen- bis bestenfalls böigem Seitenwind. Highlight der heutigen Strecke: mexikanischer Foodtruck in Clovis.

Jetzt sitzen wir etwas über dem Sumner Lake, es weht nur noch eine angenehm warme Brise. Nach unserer Ankunft setzten wir uns an den See und spazierten danach bei echt angenehmen Wetter. Es schaut hier so anders aus, als es die ganze Strecke hierher tat. Hier ist es vergleichsweise grün – jedoch bei einer ganz anderen Vegetation: Wacholder, Mesquite, Sukkulenten, verdorrtes Gras.