N34,97° W101,67

Palo Duro Canyon State Park, TX – day 11 – 1.487|884 mi

Als wir vor 2 Jahren hier in Texas waren, schaute ich die State Parks durch und sehr hoch gereiht wurde einer ganz im Norden. Ich habe damals wirklich überlegt, hierher zu fahren, die Idee dann aber aufgrund der Distanzen wieder verworfen. Und auf einmal sind wir da! Wie gestern, wieder ein Canyon, nur größer, weiter und überhaupt. Das „State Park Leben“ spielt sich hier innerhalb des Canyons ab.
Als wir gedanklich nach Texas kamen, wollten wir wieder ein paar Nächte vor reservieren und siehe da, hier auch Tage zuvor und nicht(!) Wochenende beinahe ausgebucht. Wir ergatterten einen der letzten freien Plätze, aber nicht in dem Loop, den ich schon zuhause im Auge hatte – oder besser gesagt, wieso wir überhaupt diesen State Park als Fixpunkt haben. ‚hat mich ein bissi genervt, die letzten Tage, v.a. weil wir es ja eigentlich hätten wissen müssen. Jetzt hier muss ich sagen, so schlecht ist unser Platz auch nicht.

Heute Morgen haben wir nicht wirklich getrödelt, aber auch nicht wirklich Stress gehabt. Eigentlich so wie immer. Nach einem guten Frühstück beobachteten wir noch die Präriehunde und einen Roadrunner (die sind wirklich lustig).

Dann ging es über elends lange, gerade Straßen mit Rückenwind und kaum Verkehr hierher. Die Ebene liegt auf über 1.000 m und wenige Kilometer vor unserem Ziel überhaupt keine Anzeichen eines Canyons. Wir sind jetzt auf etwa 870 m, haben einen gemütlichen, heißen Nachmittag hinter uns (gut, dass das WoMo Klima und gut, dass der Standplatz einen überdachten Bereich hat) und sitzen jetzt, knapp nach Sonnenuntergang um Halb Neun auf der Bank, schreiben bzw. malen. Bald wird es abermals Burritos geben.
Am späteren Nachmittag machten wir noch, wie in den letzten Tagen auch, eine längere Wanderung und sahen dabei weitere Roadrunner, diverse Vögel und ein Gürteltier, das ganz nah zu uns kam.

N34,42° W101,05°

Caprock Canyon State Park, TX – day 10 – 1.387|951 mi

Der Tag begann bereits mit einer kleinen Überraschung. Als ich eine morgendliche Vogelrunde unternahm, entdeckte ich eher zufällig eine kleine Eastern Screech-Owl. Sie ist gerade mal so groß wie eine Hand, schlief im Gebüsch und nur beim Fotografieren von vorne, öffnete sie ein klein wenig die Augen.

Die zweite Überraschung war der Caprock Canyon State Park und da vor allem die Bisons, die da einfach gehen, grasen, schlafen, einmal sogar laufen.

Und mitten unter diesen großen Tieren immer wieder mal Prärie-Dogs – sehr liebenswerte kleine Kerlchen, die sich bei Gefahr in ihre Höhlen verkriechen.

Dabei wäre dieser Canyon alleine schon sehenswert genug.

N34,11° W99,75°

Copper Break State Park, TX – day 9 – 1.284|1.016 mi

Heute war der Tag so wie einer in 2024 zur SoFi. Gemütlich aufgestanden, gefrühstückt und dann entspannt losgefahren. Einkaufen, tanken und nach nur „wenigen“ Meilen im nächsten State Park angekommen, dabei die Grenze zu unserem 4. Bundesstaat (Texas) überquert. Primär kommen wir weiter nach Westen und damit wird es trockener. Heute das erste Mal richtig wieder flach und richtig große Äcker und Weideflächen. Ähnliches sahen wir bisher nur in IL.

Nach dem Check-In, in TX sind die State Parks schon ein bissi „anders“, sind wir zu unserer Parzelle, haben seit langem wieder einmal zu Mittag gegessen: Hot Dogs und sind dann zu einer netten Wanderung von rund 6 km aufgebrochen.
Zusammenfassend: es wird trockener (Fire Ban durchgehend seit November).

Jetzt sitzen wir um Halb Neun vor dem WoMo, hören Grillen zirpen und genießen die Stimmung. Nach dem Big Bend Ranch SP soll das hier einer der dunkelsten Orte Texas sein. – Es ist wolkenlos und wenig Mond: wir sind gespannt. So langsam wird es dunkel und kühler/kälter. Während ich hier vor dem WoMo auf der SP-Tisch-Bank-Kombi bleibe, geht Gerlinde ans Kochen: Rindfleischstücke mit Kartoffeln.

Natur

Zuhause hatte ich eigentlich keine großen Erwartungen, ein Bison zu sehen wäre nett. Auch Vogeltechnisch bin ich eigentlich nicht von viel Neuem ausgegangen, freute mich einfach darüber diesmal das Wissen und die Erfahrung aus Texas mitnehmen zu können. Vor zwei Jahren musste ich doch fast alle Arten hier neu lernen.

Bisher 36 neue Arten und gesamt 82 Vogelarten.

Ich habe diesmal die freie Zeit nicht mit lesen, sondern zeichnen verbracht. Für mich eine ganz neue Art die Eindrücke in der Natur zu verarbeiten

N34,75 W98,97

Great Plains State Park, OK – day 8 – 1.194|1.045 mi

Bislang war die Gegend die wir durchquerten nicht so stark variierend. Mal mehr Ackerland, dann wieder mehr Weideland. Mal mehr Dörfer oder Städte, dann wieder lange vermeintlich nichts. Mal leicht wellig, dann wieder „brettleben“.

Heute änderte sich das aber. Vom Lake Thunderbird State Park Richtung Westen haben sich erste Erhebungen am Horizont gezeigt und die Wichita Mountains waren erste Berge seit langem. Dort habe ich auch meine ersten Bisons gesehen und war ganz fasziniert von diesen großen Wesen.

Mittlerweile sind wir am Great Plain State Park, haben Feuer gemacht und Burger gegessen. Vermutlich träume ich heute von Bisons und Texas Longhornrindern.

N35,25° W97,24

Lake Thunderbird State Park, OK – day 7 – 1.054|1.145 mi

Am Elk Lake sind wir am Nachmittag mit Blick auf den See gesessen und haben uns Gedanken über die weitere Route gemacht. Grundsätzlich geht es weiter nach Süden, über Tulsa nach Oklahoma City. Wir haben lange überlegt, ob wir nahe jeder der beiden Städte übernachten und es eher ruhig angehen sollten, oder ob wir doch wieder einmal länger fahren und so einen Tag gewinnen sollten. Aufgrund der bevorstehenden Unwettergefahr, die nach Süden hin schwächer wird, entschlossen wir uns, bis zum Thunderbird Lake State Park bei „Okla“ zu fahren.

Wie meist fuhren wir mit Gegenwind, machten eine Einkauf-, Ess- und Tankpause in Tulsa und erreichten nach einem weiteren Tankstop in irgendeinem „Dorf“ beim Dollar-General (verm. billigster Benzin im Lauf der Reise: 3,19 $/gal) den riesigen State Park, wieder einmal an einem See.

Die Wettervorhersage für hier: Sturmwarnung um Mitternacht mit vlt. Gewittern, keine Tornados, kein Starkregen – gekommen ist es ziemlich genau so und wir schliefen bei schaukelndem WoMo (gut, dass das so schwer ist) ein.
Heute aufgewacht: wieder wolkenlos und kalt! Nach einem kurzen Spaziergang sitzen wir nun gemütlich im WoMo, blicken direkt auf den See und haben das erste Mal richtig die Heizung eingeschaltet, am bisher südlichsten Punkt unserer Reise.

Wetter-Update

Für alle, die uns hier verfolgen bzw. auch in den Nachrichten zuhause von Unwettern in den USA gelesen haben: wir sind aktuell im Raum Oklahoma City, draußen ist es richtig kalt und der Wind weht von Norden – sprich wir sind hinter der Unwetterfront (alles gut).