N34,11° W99,75°

Copper Break State Park, TX – day 9 – 1.284|1.016 mi

Heute war der Tag so wie einer in 2024 zur SoFi. Gemütlich aufgestanden, gefrühstückt und dann entspannt losgefahren. Einkaufen, tanken und nach nur „wenigen“ Meilen im nächsten State Park angekommen, dabei die Grenze zu unserem 4. Bundesstaat (Texas) überquert. Primär kommen wir weiter nach Westen und damit wird es trockener. Heute das erste Mal richtig wieder flach und richtig große Äcker und Weideflächen. Ähnliches sahen wir bisher nur in IL.

Nach dem Check-In, in TX sind die State Parks schon ein bissi „anders“, sind wir zu unserer Parzelle, haben seit langem wieder einmal zu Mittag gegessen: Hot Dogs und sind dann zu einer netten Wanderung von rund 6 km aufgebrochen.
Zusammenfassend: es wird trockener (Fire Ban durchgehend seit November).

Jetzt sitzen wir um Halb Neun vor dem WoMo, hören Grillen zirpen und genießen die Stimmung. Nach dem Big Bend Ranch SP soll das hier einer der dunkelsten Orte Texas sein. – Es ist wolkenlos und wenig Mond: wir sind gespannt. So langsam wird es dunkel und kühler/kälter. Während ich hier vor dem WoMo auf der SP-Tisch-Bank-Kombi bleibe, geht Gerlinde ans Kochen: Rindfleischstücke mit Kartoffeln.

Natur

Zuhause hatte ich eigentlich keine großen Erwartungen, ein Bison zu sehen wäre nett. Auch Vogeltechnisch bin ich eigentlich nicht von viel Neuem ausgegangen, freute mich einfach darüber diesmal das Wissen und die Erfahrung aus Texas mitnehmen zu können. Vor zwei Jahren musste ich doch fast alle Arten hier neu lernen.

Bisher 36 neue Arten und gesamt 82 Vogelarten.

Ich habe diesmal die freie Zeit nicht mit lesen, sondern zeichnen verbracht. Für mich eine ganz neue Art die Eindrücke in der Natur zu verarbeiten

N34,42° W101,05°

Caprock Canyon State Park, TX – day 10 – 1.387|951 mi

Der Tag begann bereits mit einer kleinen Überraschung. Als ich eine morgendliche Vogelrunde unternahm, entdeckte ich eher zufällig eine kleine Eastern Screech-Owl. Sie ist gerade mal so groß wie eine Hand, schlief im Gebüsch und nur beim Fotografieren von vorne, öffnete sie ein klein wenig die Augen.

Die zweite Überraschung war der Caprock Canyon State Park und da vor allem die Bisons, die da einfach gehen, grasen, schlafen, einmal sogar laufen.

Und mitten unter diesen großen Tieren immer wieder mal Prärie-Dogs – sehr liebenswerte kleine Kerlchen, die sich bei Gefahr in ihre Höhlen verkriechen.

Dabei wäre dieser Canyon alleine schon sehenswert genug.

N34,75 W98,97

Great Plains State Park, OK – day 8 – 1.194|1.045 mi

Bislang war die Gegend die wir durchquerten nicht so stark variierend. Mal mehr Ackerland, dann wieder mehr Weideland. Mal mehr Dörfer oder Städte, dann wieder lange vermeintlich nichts. Mal leicht wellig, dann wieder „brettleben“.

Heute änderte sich das aber. Vom Lake Thunderbird State Park Richtung Westen haben sich erste Erhebungen am Horizont gezeigt und die Wichita Mountains waren erste Berge seit langem. Dort habe ich auch meine ersten Bisons gesehen und war ganz fasziniert von diesen großen Wesen.

Mittlerweile sind wir am Great Plain State Park, haben Feuer gemacht und Burger gegessen. Vermutlich träume ich heute von Bisons und Texas Longhornrindern.

N35,25° W97,24

Lake Thunderbird State Park, OK – day 7 – 1.054|1.145 mi

Am Elk Lake sind wir am Nachmittag mit Blick auf den See gesessen und haben uns Gedanken über die weitere Route gemacht. Grundsätzlich geht es weiter nach Süden, über Tulsa nach Oklahoma City. Wir haben lange überlegt, ob wir nahe jeder der beiden Städte übernachten und es eher ruhig angehen sollten, oder ob wir doch wieder einmal länger fahren und so einen Tag gewinnen sollten. Aufgrund der bevorstehenden Unwettergefahr, die nach Süden hin schwächer wird, entschlossen wir uns, bis zum Thunderbird Lake State Park bei „Okla“ zu fahren.

Wie meist fuhren wir mit Gegenwind, machten eine Einkauf-, Ess- und Tankpause in Tulsa und erreichten nach einem weiteren Tankstop in irgendeinem „Dorf“ beim Dollar-General (verm. billigster Benzin im Lauf der Reise: 3,19 $/gal) den riesigen State Park, wieder einmal an einem See.

Die Wettervorhersage für hier: Sturmwarnung um Mitternacht mit vlt. Gewittern, keine Tornados, kein Starkregen – gekommen ist es ziemlich genau so und wir schliefen bei schaukelndem WoMo (gut, dass das so schwer ist) ein.
Heute aufgewacht: wieder wolkenlos und kalt! Nach einem kurzen Spaziergang sitzen wir nun gemütlich im WoMo, blicken direkt auf den See und haben das erste Mal richtig die Heizung eingeschaltet, am bisher südlichsten Punkt unserer Reise.

Wetter-Update

Für alle, die uns hier verfolgen bzw. auch in den Nachrichten zuhause von Unwettern in den USA gelesen haben: wir sind aktuell im Raum Oklahoma City, draußen ist es richtig kalt und der Wind weht von Norden – sprich wir sind hinter der Unwetterfront (alles gut).

N37,26° W95,78°

Elk City State Park, KS – day 6 – 835| 1.278 mi

Es gab dann das erste Mal richtiges Müsli/Obst-Frühstück, danach wanderten wir zur Marina, fuhren für unsere Verhältnisse zeitig los und erreichten bald unseren dritten Bundesstaat: Kansas.
Missouri war geprägt von Auf-Ab-Straßen, regelmäßig änderte sich innerhalb von ein paar hundert Metern die Höhe und sprang von vlt. 240 hm auf 300 hm und wieder zurück, was das Fahren recht lustig machte. Die Straße war kurviger und teils auch schmäler. Wir bevorzugen es, eher die „ländlicheren“ Straßen zu fahren als die Interstates. Die Landschaft ist grün mit viel Viehwirtschaft und echt schön gezeichneten Kühen.

Auch anders als zuhause sind die Roadkills: in IL hauptsächlich Waschbären und vereinzelt Stinktiere, Rehe und Vögel – die Fahrt wird außerhalb der Orte fast durchgehend von Geiern begleitet, vermehrt dort, wo Kadaver liegen. In MO kamen zu den genannten Tieren dann die Gürteltiere dazu. Selten habe ich diese Tiere bisher in freier Wildbahn gesehen und beim ersten am Straßenrand konnten wir es kaum glauben. Irgendwann haben wir aufgehört zu zählen. Gerlinde las nach, das Gürteltiere doch nicht so selten sind.
In KS dann ist alles flach, kein Auf-Ab mehr, einfach flach um die 300 hm. Manchmal erscheinen am Horizont kleine Hügel. Man sieht große Äcker, aber auch Viehweiden. Es geht ewig gerade dahin, kann sein 50 km bis eine kleine Kurve kommt, dann wieder weiter geradeaus. Zu den – hoffentlich nicht Roadkills – kamen kleine Schildkröten (angeblich Dosenschildkröten) dazu, die gemütlich auf der Straße sitzen oder diese queren.

Nach dem instabilen Wetter gestern ist es heute viel ruhiger und ein richtig schöner „Sommertag“. Am Nachmittag wurde es wieder stürmisch: es kommt eine Kaltfront aus Norden, die diese warm/feuchten Luftmassen dann endgültig davon schiebt. Für morgen Freitag sind weitere Unwetter angekündigt.

Angekommen sind wir hier relativ früh und genossen den Nachmittag bis knapp zum Sonnenuntergang am Strand des Stausees. Zu essen gab es Salat, Gemüsereis und Kareeschnitzl (natürlich am Feuer zubereitet). Und so saßen wir dann noch bis spät in die Nacht am Feuer, genossen den lauen Wind bei sternenklarem Himmel.