dia 14 – Vila Nova de Milfontes-Porto Covo

5h53 in Bewegung, 4h33 Pause, 21,7 km, gesamt 244,1 km

Vor dieser Etappe hatten wir etwas Respekt. Wir trafen einige Wanderer und lasen auch Berichte, dass dieser Abschnitt aufgrund der langen Strecken über Dünen wirklich sehr anstrengend sein sollte. – Vorab lasen wir auch, dass bei Niederwasser Strecken enlang des Strandes möglich wären. Unser Plan also: schön langsam, weil Gezeitenhöchststand gegen 11 Uhr ist. Und es hat funktioniert, wir spazierten mehrere wunderschöne Kilometer entlang des Wassers. – Einer von uns ging auch schwimmen, während der andere in einer Schattenspalte schlief. Und gegen Ende hin, zumindest gedanklich für uns, da man schon das Ziel sah, dann die perfekte Strandbar, ganz aus dem Nichts!

Es waren dann trotzdem noch knapp 5 km zum Ziel, aber es war schon spät und so die Sonne auch schon wieder angenehm. Zu Mittag bzw. am Nachmittag ist es mittlerweile wirklich heiß – und Sonnenschutz (lange Kleidung) eben halt auch gut.

In Porto Covo angekommen, landeten wir in einem sehr netten Hostel – und gingen dann an den Strand, an dem wir unseren ersten Sonnenuntergang am Horizont über dem Meer erleben durften (sonst waren wir immer im Hinterland, oder schon beim Abendessen). Nach dem Sonnenuntergang dann Abendessen, und zum 2. Mal stellte sich der Tipp des Vermierters als richtig gut heraus.

Heute haben wir nur noch 10 km zu gehen, und da das meiste entlang des Strandes. Viele starten die Wanderung auch erst hier in Porto Covo , da der Ent-/Startpunkt schwerer zu erreichen ist. – Und weil ja nicht mehr viel ist, genießen wir das Rauschen des Meeres von der Dachterrasse bzw. den schattigen Innenhof des Hostels und lassen uns vom Hund hier inspirieren.

dia 13 – Almograve-Vila Nova de Milfontes

4h26 in Bewegung, 3h22 Pause, 17,1 km, gesamt 222,4 km

Heute war es ganz gemütlich, zumindest haben wir den Tag so begonnen und es hat funktioniert – die Strecke war auch nicht so anspruchsvoll heute. Soll heißen: viel am Strand gelegen, gelesen und geschlafen – und einer von uns beiden war 2x schwimmen.

Bei der zweiten Strandpause hatten wir das Glück, einerseits schönen Höhlenschatten zu haben und andererseits über uns ein „Nest“ von Turmfalken. Wir konnten sogar beobachten, wie die jungen gefüttert wurden. Eines lag leider tot am Boden.

Morgen wird einer der härstesten Tage, wobei wir uns auch wunderschöne Küsten erwarten und vorhaben, viel am Wasser zu sein.

Jetzt sitzen wir im Zentrum des Ortes, die größte bis jetzt (da darf man schon fast „Stadt“ sagen) und entspannen, genießen die noch warmen Temperaturen und denken zurück an die heutige Strecke. Peter ist auch wieder zufrieden, da die Störche wieder das machen, was wir gewohnt sind

Heute durchquerten wir das erste Mal einen Korkeichenwald.
Entenmuscheln sind hier zu finden, werden immer wieder von Einheimischen gesucht und geerntet. Sollen eine Spezialität sein, haben es jedoch noch nicht probiert.

dia 12 – Zambujeira do Mar-Almograve

5h38 in Bewegung, 3h46 Pause, 23,2 km, gesamt 205,3 km

Heute haben mich die Störche endgültig aus der Bahn geworfen und das Bild des Storchs, das ich von zuhause kannte, total verändert. Ich weiß nicht, wie viele Störche wir allein heute gesehen haben und dabei begleiten sie uns seit Sagres an der Küste. Aber auch schon zwischen Faro und Lagos haben wir welche gesehen.

Vogelexpertin Gerlinde: Die Brut von Weißstörchen an der Küste ist nur aus Portugal bekannt. Durch die Klimaerwärmung bleiben Weißstörche teilweise bereits im Winter in Portugal und überlassen den Zug nach Afrika den jungen Störchen. An der Küste können sich Weißstörche auch von Fisch und Krabben ernähren, wobei wir heute erstmals auch in der Wiese im Hinterland Störche jagend gesehen haben.

Und auch der Atlantik überraschte heute abermals, angedeutet hat es sich ja schon gestern. – Am Plattenstrand (gr.) sind die Wellen oft höher und von einem „wilden“ Meer kann überhaut keine Rede sein. Dabei haben wir noch darüber gesprochen, dass „dort“ dann Amerika ist. – Kaum Wellen, kaum eine Brandung – da fällt das ins Wasser gehen zum Schimmen dann auch manchen schwer.

Das angeblich rauhe Meer hat wohl auch mit dem, wie man uns sagte, ständigen Wind aus Nord(west) zu tun – kaum Wind heute, Surfer blieben zuhause oder sonst wo und es stiegen die Temperaturen, welche Strecken, die im Sand verliefen, schwerer zu passieren machte. – Für mich war heute einer der schwierigeren Tage, Gerlinde meinte, dass es schon anstrengerende gab.

Jetzt sitzen wir in der Sonne in einem Gastgarten eines geschlossenen Lokals am Kreisverkehr in Almograve und lassen den Tag entspannt, glücklich und zufrieden revue passieren. So langsam werden wir uns der Distanz bewusst, die wir bereits zurück gelegt haben. So auch heute morgen, als wir entlang der Küste nach Süden blickten und wussten, dass dort überall schon waren.

dia 9 – Arrifana-Aljezur

4h44 in Bewegung, 4h17 Pause, 19,9 km, gesamt 136,8 km

Heute hatten wir ein sehr gutes Frühstück im Freien – überhaupt sind die Orte, in denen wir schlafen ganz anders als erwartet: bis jetzt sind es eher kleine Örtchen mit verstreuten Häusern. Unser heutiges Ziel lag nur wenige km Luftlinie entfernt und so nahmen wir uns der ganze Etappe eher gemütlich an. Aus diesem Grund legten wir uns zu Mittag dann *keine Ahnung wie lang* unter einen Steinschatten an den Strand zum Lesen bzw. Schlafen. Als wir irgendwann beschlossen, doch weiter zu wandern, fanden wir keine 200 m weiter eine nette Strandbar, wo wir zuerst nur etwas trinken wollten, dann aber auch gegessen haben. – Von den unzähligen Pausen vorher mit Blick auf die Steilküste reden wir jetzt gar nicht.

Immer wieder brüten Störche an den Felsen

Es war kein Kilometer weiter, wo eine noch nettere Strandbar unseren Weg kreuzte: weil ja Halbzeit ist und es sowieso egal ist, wann wir ankommen: gleich wieder eingekehrt und bei super Aussicht ein Bier genossen. Sonnenuntergang ist ja auch erst um 20:28.

Irgendwann hatten wir doch noch eine ziemliche, aber nicht sehr fordernde Strecke zu gehen, bevor wir in diesem netten Aribnb landeten, Hunde streichelten und Wäsche wuschen und beim Italiener nebenan eine wirklich gute Pizza bekamen.

dia 8 – Carrapateira-Arrifana

5h57 in Bewegung, 2h47 Pause, 25,8 km, gesamt 116,9 km

Nicht, dass es heute extra gemütlich werden sollte, aber zu viel Anstrengung haben wir uns auch nicht erwartet. Aber wenn man Peter ganz in der Früh shon beobachtet, wie er den Reibungswinkel von Dünensand austestet und Gerlinde hunderte Meter weiter ist, dann kann man schon erwahnen, wie der Tag werden wird.

Nach einiger Zeit entlang der Küstenlinie ging es ins Hinerland und da entstand die Idee, früher ans Meer zurück zu kehren, quasi Abkürzung über den Strand. Dass es da Probleme mit der Flut geben könnte, war uns klar, aber als wir dann den mit großen, runden Steinen bedeckten Strand sahen, war klar: das geht. Und es ging auch gut, bis 200 m vor dem eigentlichen Weg eine Stelle auftuchte, wo das Wasser gegen Felsen schlug. Es wäre vieleicht gut gegangen, vielleicht wären wir auch beide patsch nass gewesen, aber wir entschieden uns für die sichere Vairianteund stiegen querfeldein den Hang zum Weg zurück. Da lernten wir die eigentlichen Qualitäten, der ühberall vorkommenden Zistrose kennen: hohe, kratzige Büsche, klebige Blätter.

Danach gab es dann die erste, wirkliche Pause des Tages, bevor es wieder weiter ging. Beinahe an der Unterkunft angekommen, beschlossen wir noch zur Infotafel des Trails zu gehen und da entdeckte Peter den Strand 80 Höhenmeter unter uns – und schon war er wieder im Atlantik, Gerlinde kurz darauf dann auch. Danach genossen wir noch den Strnd und schauten den Surfern zu. Fazit: wenn man hier cool sein will, braucht es einen Neopren oder ein Surfbrett.