Fire Ban

Gestern Abend haben wir ziemlich lange einen freien Campingplatz gesucht und letztendlich wurden wir an einem netten Fluss, den wir im Sonnenuntergang dann lang beobachteten, fündig. Tisch gab es keinen, daher freuten wir uns umso mehr über unsere Campingsessel. Feuerstelle gab es natürlich auch keine uns so saßen wir mit Taschenlampe beim GuteNachtBier und machten Pläne für heute. Entlang der Oregon Coast gibt es einen langen Bereich von Sanddünen und um uns das Campsite-Suchen zu ersparen, wollten wir nur eine kurze Distanz fahren und uns dann gegen Mittag schon einen Platz organisiert haben (am Anfang der Dünen).
Perpetua Beach war unser heutiges erstes Ziel, echt schön felsig und ‚gescheite Wellen, die in Verbindung mit Blowholes und sich füllenden, langen Spalten standen: tolle Geräusche. Dann wäre der erste Campingplatz gekommen (Anfang der Dünen), jedoch beschlossen wir, weiter zu fahren, da wir nicht den ganzen Nachmittag dort verbringen wollten. Nun sind wir im Umpqua Lighthose Statepark und hatten ziemliches Glück, einen Platz bekommen zu haben. – Er ist perfekt! … außer: Fire Ban aufgrund der Trockenheit und der angeblich schlechten Luftqualität. Wieder nix mit Feuer 🙁 und da wir nicht mit Gas kochen wollen, fahren wir in die Stadt und gehen zum Mexikaner (das haben wir Aurora eh versprochen).
Jetzt, nach einem langen und anstrengenden Spaziergang, sitzen wir auf unserer Bank, trinken Kaffee und schauen uns die Fotos von heute Vormittag an.

Firewood

Lagerfeuer am Campingplatz ist genauso wichtig, wie mindestens zwei Kühlboxen voll with ice, beer or sodas. Unseren Kühlschrank hat man auf Fotos eh sicher schon gesehen… Beim täglichen Koch- und GuteNachtBierFeuer behalfen wir uns bis gestern mit irgendwelchen trockenen Stöckerl, die so herum lagen. Das Fällen von Holz sowie das Verbrennen von Sitzbänken ist ja verboten (das Sammeln von Holz ist sehr selten im Umkreis des Campingplatzes erlaubt).
Nachdem es in der Küstengegend eher schlecht mit trockenen Holzstücken bestellt ist, haben wir gestern zugeschlagen und eingekauft – und zwar nicht am Campingplatz, wo Firewood eher teuer ist (nun gut, teuer ist es immer und einem österr. Förster sollte man die Preise hier wohl nicht nennen), sondern entlang der Straße. Dann haben wir uns eine Hacke ausgeborgt und die Hölzer zumindest ein wenig zerkleinert (die Amerikaner würden das jetzte nicht mehr machen, da zählt nur: Feuer! Wir haben schon Stellplätze gesehen, wo bis zu 10 solcher Campingplatz-Bundles neben der Feuerschale bereit lagen). Jedenfalls haben wir nun so viel Holz, dass wir zumindest 2x einen typischen amerikanischen Lagerfeuerabend veranstalten können (auch das Bierkühlen haben wir in gewissen Ausmaß unter Kontrolle).
P1110915
Camphosts beim Holzverkauf
Wir bewegen uns zur Zeit entlang der Oregon Coast Richtung Süden, beeindruckende Strände! Während des Tages wärmt die Sonne und man kann, bei wenig Wind, in T-Shirt und kurzer Hose herum spazieren. Bei Wind und am Abend wird es dann aber Jacken-kühl. Eigentlich bleiben die Temperaturen (abgesehen von der Strahlungswärme der Sonne) relativ gleichmäßig, auch im Zelt wird es, im Gegensatz zum hohene Hinterland, nicht sonderlich kalt. Meistens übernachten wir in Stateparks (heute Beverly-Beach), die sehr schön gelegen sind, jedoch ohne Strom oder Internet – aber wer braucht das bei dieser Landschaft schon. – Gestern haben wir mehrere Grauwale, die hier sehr sehr nah an die Küste kommen, gesehen.

tempered Rainforest

Seit heute besitzen wir zwei Campingsessel, und das obwohl wir gestern überlegt haben, welche zu kaufen und uns dagegen entschieden haben. Ich beobachtete heute Vormittag eine Frau, die eben diese 2 Sessel mit dicken Polstern zum Müllkontainer stellte. Schon da überlegte ich, doch erst als ich mit Gerli in der Nähe war und ich bemerkte, dass die Polster schon weg waren (wer braucht Polster?), da schlugen wir zu. – Auf genau diesen Sesseln sitzen wir nun und schauen hinaus auf den rauschenden Fluss.
IMG_1216
Neben diesem haben wir heute unser Zelt aufgeschlagen, vor kurzem gekocht und gegessen. Den Tag verbrachten wir ebenfalls dort oder eigentlich viel mehr im Regenwald, in dem wir uns befinden.
IMG_1232
Es ist der Hoh-Rainforest im Olympic National Park – und wohl einer der schönsten und beeindruckendsten Plätze, die ich in meinem Leben gesehen habe; und das ohne Felsen und schroffe Küsten.
IMG_1256
Jeder einzelne Kilometer, den wir mehr fahren mussten, um hierher zu kommen, war es wert!

Olympic NP

IMG_0906Vom Mt. Saint Helens, der uns doch länger fesselte als erwartet, machten wir uns auf in den Olympic NP. In diesem sind wir heute Mittag angekommen, zuvor musste jedoch noch groß eingekauft werden (wieder einmal).
Nach dem Abendessen (verfeinertes Chilli) sitzen wir nun mit frisch gewaschener Wäsche und Erinnerungen an den Strand von La Push und den Rialto-Beach am Tisch und denken über die schönen Momente nach – und dass es, abgesehen von Madras, wohl einer der kälteren Abende ist. Morgen geht es in den Regenwald.

 

IMG_0962IMG_1000
Rialto Beach@ Rialto Beach

Abschied – Painted Hills

Wie üblich sind wir so gegen 8 aufgestanden, ich etwas vor Gerlinde (wie üblich). Ich wanderte gerade über das „Feld“ als ich Debbie traf und sie mich fragte, ob ich schon einen Kaffee hätte. Ich solle in die Küche gehen, dort wäre frischer bereit. Auf dem Weg dorthin traf ich Gerlinde und dann verbrachten wir über eine Stunde mit Tratschen. Über die Zeit kamen alle uns bekannten Gäste (es gab da auch noch zwei Zelte etwas abseits) vorbei und irgendwann fuhren sie dann auch beinahe alle. Zuvor allerdings kam noch ein Freund der Familie mit einem 1926er alten Ford vorbei.P1110627Und irgendwann war es auch für uns an der Zeit zu fahren – bzw. uns los zu reißen. Es war doch ein schwerer Abschied, wir sind uns innerhalb dieser 3 Tage doch ans Herz gewachsen und „Family“ wurde immer mehr, ungleich dazu wurden die Kosten für unseren Aufenthalt immer weniger – eigentlich hätten wir den Rest unseres Urlaubs dort verbringen können, solange wir unsere Lebensmittel selbst bezahlt hätten (und nicht einmal das).
Die Painted Hills hätten wir jedoch nicht gesehen, der Umweg war es allemal wert und auch Prineville war auch verrückt (Heimreisestau in die andere Richtung vom Burningman-Eclipse-Klon).IMG_0756IMG_0765Nun sitzen wir bei Kerzenlicht, das immer wieder ausgeht, am Columbia-Rover bei Biggs-Junction in einem Statepark und haben gerade das Abendessen gestrichen bzw. gegen Bier ersetzt. Es ist kurz nach Neun und noch immer Kurze-Hose-Warm, im Gegensatz zu den Nächten zuvor.

 

Rolandos‘

In der Mitte der Farm von Rolando und seiner Frau stehen zwei hohe Bäume, die Schatten spenden. Hier hat Rolando eine Schaukel, zwei Tische und eine Liege (auf der ich gerade liege). Umgeben ist diese Insel, wie er sie nennt, von einem geschotterten Weg. Auf der Außenseite befindet sich das Wohnhaus und eine kleine Scheune, sowie etwas weiter weg eine Garage, dahinter kommt der Bereich, in dem die 7 Kühe normalerweise leben – nun befinden sich jedoch verstreut Zeltplätze auf dieser Fläche. Unser Zelt steht jedoch auf der nicht so buckeligen Wiese direkt neben dem Haus.

Rolando und seine Frau waren bis jetzt ständig herum und versuchten, es ihren Gästen so angenehm wie möglich zu machen. Es ist wirklich wie Rolando schon zu Beginn sagte: während unseres Aufenthalts hier sind wir „family“. Und schon gestern Nacht hatte die „Ballon-Frau“ gesagt, dass wir hier einen der besten Plätze überhaupt gefunden haben.

IMG_0571

Heute früh sind übrigens 5 Heißluftballone direkt vor unserer Nase gestartet – danach hatten Gerli und ich Frühstück und etwas später wurden wir „gezwungen“, am gemeinsamen Frühstück (manche Gäste werden hier auch verpflegt) teilzuhaben.

Hier genießen wir nun die kommenden 23 Stunden bis zur „Great American Eclipse“.