Vulkane, Sonne und das Meer

Mein erster Eindruck der Insel war wohl „wirklich keine Bäume!“

Es ist eine unwirkliche Gegend, obwohl sie sehr freundlich ist. Auf der einen Seite gibt es zwar etwas Bewuchs bis maximal Kniehöhe, aber von Bäumen oder ähnlichem fehlt jede Spur. Am ersten Tag sah ich so etwas wie einen Baum, der sich als Blütenstängel einer Agave herausstellte. Auf der anderen Seite gibt es noch relativ junge Lavaströme (1730) und daher viel schwarzer Steinfluss. Dort finden sich Ansätze von Flechten und in Gräben ein paar Büsche und sogar Blumen. Apropos Gräben, in solchen wächst hier der Wein. Felder mit kegelförmigen Löchern, obenauf Steinmauern und unten die Weinstöcke. Eine etwas andere Form des Weinbaus, aber der Malvasia schmeckt gut…

wie in Incisa

Der 3. Tag auf Lanzarote, wir sitzen nach dem Frühstück vor Carmens Airbnb-Haus und schauen in die Landschaft nach Südwesten (von unserem Schlafzimmer aus können wir La Graciosa sehen). Heute geht im Gegensatz zu den Tagen zuvor kaum Wind, dafür gibt es eine leichte, hohe Bewölkung. Carmen meinte, heute würde es sehr heiß werden. Waren die 25° C von gestern nicht schon der Rekord?
Es ist jetzt um Halb Zehn gerade so warm, dass man mit langer, dünner Wanderhose und leichtem Pulli in der Sonne bereits zu schwitzen beginnt, es im Schatten aber perfekt ist. Es ist die Sonne, die dafür sorgt, dass man während des Tages mit kurzer Hose und T-Shirt spaziert und dafür, dass ich bereits im Atlantik schwimmen war, im Dezember! Na ja, schwimmen haben die Wellen nicht zugelassen, aber bis zum Hals im Wasser (bei einer Welle), das ja.
Die Vögel zwitschern die ganze Zeit, man hört Hunde bellen und in der Ferne manchmal ein Auto – irgendwie ruf dieses Klima, der vermeintliche Frühling, starke Erinnerungen an das Haus in Incisa in mir hervor. Es strahlt so eine Ruhe aus.
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„the one day summer“

Nachdem es zuhause nach einem verregneten Urlaub aussah und uns dies zu Beginn auch bestätigt wurde, hatten wir die restlichen Tage unglaubliches Glück. Den einzigen Tag Sommer hätten wir erwischt und das jetzt schon drei Tage lang.

Die Fährfahrt nach „Lewis and Harris“ begann mit Regen und die Insel zeigte sich zuerst von ihrer dunklen Seite. Bei Regen auch weiter nach Arnol, die „standig stones“ ebenfalls mystisch bei Regen erlebt und es wurde unser Bild der Hebriden bestärkt „da regnet es nur und der Wind geht immmer“ – das zumindest war mein Eindruck nach einer gelesenen Buchreihe von Peter May. Aber alles hat auch versteckte Seiten, so auch das Wetter hier „es ist immer schön, an manchen Tagen ist es wow“ meinte unser host auf Lewis. So kam es, dass wir wunderschöne 2 Tage mit Wanderungen und traumhaften Bedingungen auf einer atemberaubenden, abwechslungsreichen Insel erleben durften. Auch der Rückweg machte noch eine Wanderung im Süden Skye’s möglich und auf dem Weg nach Edinburgh wurde sogar ein Tee im Freien mit T-shirt genossen.

Jetzt gehen wir was essen und morgen früh geht’s wieder heim. Die schottische Gemütlichkeit will ich mitnehmen.

Isle of Skye

„stunning“ war eines der häufigsten benutzen Worte der netten Dame, die uns im Infocentre erklärte, was es nicht alles für schöne Wandermöglichkeiten hier gibt. Auch wenn wir nur einen Bruchteil dessen erst gesehen haben, hat sie vollkommen recht.

Es ist zwar noch nicht so grün, die Kirschen und Narzissen blühen erst, aber die Schönheit dieser Insel ist ungetrübt. Diese konnten wir gestern auch schon zu Fuß bewundern, bei einer Wanderung „the quiraing“. Eine wirklich zu empfehlende Entdeckungsreise durch Steinformationen, teilweise riesige Finger, die in die Höhe zeigen und schöne Küste.

Heute geht es auf die Insel Lewis und Harris auf den äußeren Hebriden. Bin gespannt, ob es da viel anders ist, als hier.

Regen

Der Flug nach Edinburgh war über lange Strecken hin wolkenlos. In Schottland angekommen war es dann merklich kühler als zuhause und auch ordendlich windig.
Wir holten das Auto ab und fuhren los zum Subway in Sterling, wo wir auch Knabberzeugs fürs Auto kauften. Dann ging es weiter in die Highlands, wo wir bei Sonnenschein ankamen und nach einem guten Pub-Essen noch das lokale Bier versuchten.
Es schaut hier aus, wie irgendwo in den Alpen auf einem entlegenen Pass in 1.800 m Höhe – hier sind’s um die 200.
Wieder im Hotel begann dann die Suche nach einem Schlafplatz für die nächste Nacht und es sah nicht wirklich gut aus: fast keine B&Bs und wenn, dann wirklich teuer (> 200 €/Nacht). Irgendwann sind wir dann auf Airbnb umgestiegen und da sah es ein wenig besser aus. Irgendwann fanden wir dann eine Unterkunft für die kommende Nacht – kurz darauf schliefen wir beide.

Zum Auftakt des heutigen Tages gab es dann gleich einmal ein überraschend gutes schottisches Frühstück und danach suchten wir weiter Unterkünfte für die folgenden Tage und buchten die Fähre auf die Insel.
Mittlerweile sitzen wir in Oban, in einem netten Cafe und haben bis auf eine Nacht alles gebucht/reserviert – und haben ein Fährticket (da gab es auch „Anomalien“) am Computer, zwei Tees und einen Kuchen im Bauch. – Draußen regnet es, manchmal nieselt es auch nur, aber so richtig zum Wandern ist das Wetter nicht. Aber: es soll besser werden . … und gerade kommen wir drauf, dass wir noch sehr weit von unserer Unterkundt weg sind und vielleicht doch langsam starten sollten.