der letzte Tag

… nur weil die Gangway ins Flugzeug krachte …

Unglaublich aber wahr, der Urlaub neigt sich dem Ende zu und unser letzter Tag ist gekommen.Nach unglaublich schönen Tagen, 19 Tauchgängen, gutem Essen und schönen Begegnungen, genießen wir nun noch ein paar schöne Stunden, bevor es wieder nach Hause geht und sind, so wie gestern, erneut auf Safari. Hier halten wir es, wie mit dem Werbespruch des Konkurrenten: „If you don’t climb the Killimanjaro, then drink it“.

Etwas schockiert waren wir zuvor, als wir Pulli und Jacke aus dem Koffer zogen und wir ihn wohl bald wieder brauchen werden.

Zur Zeit aber genießen wir dieses Paradies hier noch in vollen Zügen!

Ein normaler Urlaubstag…

Einmal vorweg, heute ist kein solcher, wir haben tauchfrei…

Ansonsten verlaufen unsere Tage sehr ähnlich, wir starten nach dem Frühstück zur Tauchbasis, suchen unser „big five“ (Anzug, Maske, Flossen, Füßlinge und Gewichttaschen) zusammen und gehen zum Boot. Je nachdem, wie die Gezeiten gerade stehen, verläuft dieser Weg unterschiedlich lange im verschieden hohem Wasser. Im Boot angekommen kurzer Blick auf die Flaschen, ob sich unser Zeug wohl am Boot befindet und wenn alle da sind, geht’s los. Gestartet wird immer mit der Vorstellung der Crew – Captain, First Officer und die beiden Tauchguides. Inzwischen befinden wir uns bereits auf dem Weg zum Tauchplatz und genießen die Gemütlichkeit, die Ausblicke oder tratschen mit den anderen. 

Irgendwann startet die Tauchgangsvorbesprechung und wir wissen, bald geht es wieder runter in diese faszinierende und so fremde Welt. Nach ein paar Vorbereitungen ist es dann wieder so weit, Rolle rückwärts und blub, blub, blub… schwerelos treiben lassen und der Versuch sich diesmal mehr zu merken… und in erster Linie staunen…bunte unterschiedlichste Korallen, Anemonen, Seesterne, Gräser, Anemonenfische, Drückerfische, Fahnenbarsche, Riffbarsche, Eidechsenfische, Grundeln, Falterfische, Fledermausfische, Kofferfische, Feilenfische, Korallenwelse, Igelfische, Muränen, Sepias, Plattfische, Rochen, Schnapper, Kugelfische, Kaiserfische, Skorpionfische, Doktorfische, Zackenbarsche, Plattwürmer, Häuslschnecken, Naktschnecken, Schildkröten, Röhrenaale,… und so viel mehr…sogar ein Seegrasgeisterpfeifenfischpärchen und ein Schaukelfisch hat sich uns schon gezeigt – mit Hilfe des Tauchguides, ansonsten hätten wir wohl keine Chance gehabt. Nie im Leben hätten wir gedacht, diese von Bildern bekannten Lebewesen unter Wasser jemals zu Gesicht zu bekommen! – Es ist jedesmal und unglaublich schön!

Wieder aufgetaucht, will man eigentlich sofort wieder runter. Glücklicherweise ist das nach einer Oberflächenpause mit frischen, süßen Früchten, wie es sie nur hier geben kann, auch wieder möglich bevor wir die Rückfahrt antreten müssen.

Wieder an Land versuchen wir uns dann zu erinnern, was bei dieser Vielfalt wirklich schwer ist und all dies im Logbuch zu verewigen – wobei der Platz meist nicht ausreicht. 

Ausklingen lassen wir den Tag für gewöhnlich mit Strand liegen, Baden gehen, Happyhourcocktail und Essen. All das lässt sich wunderbar am Strand erledigen. Nicht zu vergessen, der GuteNachtWhiskey auf unserer Meerblickterrasse gegen … was auch immer.

Bus

Es gibt mehrere Möglichkeiten um nach Stonetown zu gelangen. Entweder man wählt eine Tour mit anderen Personen und Führung, diese Option haben wir uns nicht einmal angeschaut. 

Eine weiter Wahl wäre das Taxi gewesen, für ca. 30-60 Dollar je Richtung. Diese Option wäre nur ein Plan B gewesen, sollte wir unerwartet lange bleiben wollen. 

Dann gab es da noch den öffentlichen Verkehr, Bus oder Daladala. Nachdem diese laut Auskunft der Tauchschulenbesitzerin gleichpreisig sind, entschieden wir uns für den komfortablereren Bus für 2.000 Schilling die Richtung (€1,-). Zeit muss man halt ein bisschen mehr mitbringen, davon haben wir ja genug. 

das wäre ein Daladala gewesen

Die Hinfahrt erwies sich schon mal als sehr abenteuerlich, wobei wir dies bei der Rückfahrt toppen konnten. Was das Erlebnis im Bus so interessant macht, sind nicht nur die Eindrücke, die man von den Menschen hier bekommt, sondern auch die Nähe zu ihnen. In Österreich wäre dieser Bus für vielleicht 20 Personen zugelassen, hier scheint es kein Limit zu geben. Hauptsache man steht nicht während man Polizeikontrollen passiert, die die keinen Sitzplatz hatten mussten sich für kurze Zeit hinhocken. Bei der Rückfahrt versuchte ich mal zu zählen und musste bei 36 aufhören, da noch immer Leute hinzukamen und der Kassier sich schon außen irgendwie festhielt. Aber wer glaubt, dass hier viele stehen täuscht sich, denn wo sich überall noch ein Sitzplatz auftun kann, ist schier unglaublich. Jeder Millimeter wird ausgenutzt und du glaubst in unserer Reihe ist es jetzt aber wirklich voll, findet noch jemand eine Lücke.

Nach der Rückkehr waren wir wirklich froh, im Meer ein wenig Erholung und Erfrischung zu finden. Alles in Allem war es eine wirklich interessante Fahrt mit vielen neuen Einblicken, wie die Menschen hier leben. Ich würde dieses Erlebnis auf keinen Fall gegen eine Taxifahrt eintauschen wollen. 

Einkaufen

Busfahren nach Stone Town kostet 2.000 Schilling, als wir zahlen wollen kostet es 2×4.000, ich sage kurz: „it’s two thousand“ und schon kostet es das auch die 2×2.000. Bei der Fahrt nach Hause macht es den Anschein, dass es kein Wechselgeld gibt, aber wenn man die Busfahrt beobachtete, kann es auch sein, dass es einfach nur dauert mit dem Wechselgeld.

In StoneTown machten wir uns nach einem Stadtspaziergang auf den Weg zum Gewürzmarkt. Eine Freundin sagte uns, dass ein Packerl Pfeffer maximal 8.000 kosten darf. Das erste, was wir am Markt feststellten: es gibt jede Menge unterschiedliche Pachungsgrößen und wieviel jetzt in den unsrigen drinnen ist, können wir so überhaupt nicht sagen.

Das erste Packerl kostete 10tsd, das zweite sollte 20std kosten, war aber auch etwas größer. Von zuhause nahmen wir noch mit, dass man ungefähr 50% der Erstpreises erhandeln „sollte“. Beim dritten Stand waren es dann 25tsd, wieder andere Größe. Wir verließen etwas genervt und der Resignation nahe die Halle und überlegten im Freien weiter. Da kam ein Mann mit lila T-Shirt auf uns zu, stellte sich vor und meinte, wir müssten unbedingt seinen Stand besuchen, weil heute Spezialpreise. Wir folgten ihm dann mehr oder weniger (ein paar Mal musste er sich schon umdrehen und uns ermutern) zu vermutlich nicht seinem Stand. Dann mussten wir aussuchen, denn erst beim gefüllten Korb würde er uns einen „besseren“ Preis machen können: 63tsd, Spezialpreis 60tsd.

Nach längerem Rechnen auf beiden Seiten schlagen wir 30tsd vor und schnell wird klar, dass nichts aus dem Geschäft wird und wir gehen weiter, der Lila-Zwischenhändler blickt uns nach, beobachtet uns. Interessanterweise weiß man an ein paar Ständen weiter schon, was wir suchen. Ein kleinerer Mann mit grünem T-Shirt drängt sich und uns an den Stand. Zuerst schreit der Besitzer den Mann an und übernimmt die Verhandlungen selbst. Es wird unser „Korb“ erneut zusammengestellt und mit einem Sackerl orangen Pulvers (Masala) ergänzt: 50tsd. Unser Interesse hält sich in Grenzen und der Mann in Grün übernimmt und schnappt sich einmal drei Packerl Vanilleschoten aus dem Korb, läuft weg und kommt kurz später mit drei neuen, aus einem anderen Geschäft, zurück, der Preis ändert sich unwesentlich. Wir gehen und sind uns bewusst, dass der ganze Gewürzmarkt mittlerweile weiß, was wir wollen, übelegen schon, einfach gar nichts mehr zu kaufen. Einige Meter im Freien ist da auf einmal der Mann in Grün mit „unserem“ Pfeffer sowie Vanille und einem neuen Angebot. Es stellt sich heraus, dass er glaubt, wir würden 40tsd bezahlen wollen, was für ihn nun auch okay wäre. Ach so, 30tsd, dann ein Vanillepackerl weniger – nein, das wollen wir nicht und bieten erneut 30tsd. Es folgt ein neues Angebot von 38tsd, wir überlegen (Gerli wird schon weich), lehnen aber ab. Gerlinde und ich unterhalten uns, der Mann tut uns nun auch schon ein weing leid, denn er ist echt motiviert, freundlich und schon einiges für „uns“ gelaufen.Nach langer Diskussion schlagen wir 35tsd vor. Der fliegende Händler überlegt und rechnet angestrengt recht lang nach – nein das geht nicht, 38tsd – wir gehen ein paar Schritte weiter. Der Mann in Grün versucht uns für ein neues Angebot zu einem anderen Stand zu bewegen und wird von uns ignoriert.

In der SundownerbarHappyHourCocktailBar: die Laterne neben uns ist zum dritten Mal ausgegangen und wir nutzen die Gelegenheit des Wiederanzündens mit einer Bestellung: zwei Bier – welches will die Kellnerin wissen und zählt auf – ich wähle aus Nostalgie ein Tusker – leider ist Tusker aus – dann zwei Safari (wohl die direkte Konukrenz zum Killi(manscharo)).

Nun trennen sich unsere Wege und Gerlinde sieht beim Blick zurück, dass er nun bei einem Stand an der Straße um Pfefferpäckchen „handelt“, ein Mann mit Haube blickt uns nach. Wir gehen ums Eck, beobachten den Fischmarkt, wo anscheinend eine Auktion im Gange ist, und die toten Oktopusse am Gassenrand – hoffen, dass „unser Mann in Grün“ ein weiteres Mal auftaucht.Und wirklich, auf einmal steht er wieder neben uns, nun mit zwei neuen, kleineren Päckchen Pfeffer (ein wenig bunter, größere Körner), die er gegen die ersten austauschen möchte und so mit 35tsd „leben“ könnte – wir lehnen ab, wir wollen den anderen, schwarzen Pfeffer.Das geht noch immer nicht, nun werde auch ich weich (es geht um 1,5 Euro). Gerlinde und ich beschließen ein weiteres finales Angebot unsererseits: 40tsd mit „unserem Korb“ plus ein Packerl vom „neuen“ Pfeffer. – Er überlegt kurz, drückt dann Gerlinde das Handelsgut bis auf die neuen Pfefferpäckchen in die Hand und läuft abermals weg, wir sollen warten. Während wir warten sollen wir von einem anderen Händler CDs kaufen. Auf wen wir warten wüden?  Freunde.

Der Mann erählt aus seinem schweren Verkäuferleben und den vielen leeren Kilometern jeden Tages.

„Ach den, den kenne ich, das ist auch mein Freund“ – der Mann in Grün ist zurück, mit einem anderen Päckchen Pfeffer gleicher Qualität und Größe. „Von meinem Stand, besserer Preis“. Nun kommen wir ins Geschäft und ich zähle 40tsd Schlling aus meinem Geldtascherl, in dem sich knapp 300tsd befinden und komme mir dabei seltsam vor. – Alle sind glücklich und der CD-Verkäufer will uns nun wieder CDs verkaufen.

Im Bus rechnen wir erstmals genau nach und erkennen, dass es sich bei all den Verhandlungen letztendlich an 1,5 EUR spießte.

Nun sitzen wir nach einer anstregenden Busreise nach StoneTown, einem Bad im Meer, einem Cocktail und einem Bier später hier und überlegen uns, ob sich das Geschäft für ihn überhaupt ausgezahlt hat… und erkennen dabei, dass wir die Option „Korb+1x neuer Pfeffer“ um 38tsd ausgelassen haben, sondern 40tsd geboten haben. Hätten wir das auch um 38tsd bekommen? Und wieder ist der Gedanke über die Höhe des Differenzbetrages präsent…

Das alles zu rekonstruieren bedurfte jeder Menge Brainstorming, da wir beide jetzt schon unterschiedliche Erinnerungen an „das Geschäft“ hatten… …jetzt werden wir uns der Aussicht und dem Rauschen des Meeres widmen und über den Wert der Dinge philosophieren – und Essen müssen wir ja auch noch.

alle Farben…

Bis jetzt erweist sich Zanzibar als sehr gemütliche und ausgeglichene Insel mit sehr netten Menschen. Stress kennt man hier nicht,  Zeit hat man doch genug. 

Unter diesem Motto läuft es auch beim Tauchen, mal gemütlich um 9 Uhr bei der Basis sein, sich anziehen und dann mal zum Boot marschieren. Wenn sie dann nicht den Jausenkäse vergessen, geht es mit Umwegen los. Da der Tidenhub hier unerwartet hoch ist, erweist sich die Anfahrtsweg aufgrund der Ebbe länger. 

Unter Wasser hört sich diese Gemütlichkeit scheinbar auf, zumindest nehme ich sie anders wahr. Da tut sich so viel, dass man sich einfach nicht auf Eines konzentrieren kann. Viele bunte Lebewesen, schwimmmend, sitzend, schwebend,  verkriechend, versteckt, oder, vermutlich der Großteil, einfach so gut getarnt. Wahrscheinlich nehme ich nur einen Bruchteil dessen wahr, was sich wirklich abspielt. 

Ich freu mich auf weitere Tauchgänge, morgen heißt es jedoch mal Pause und Stonetown wird uns vielleicht ein anderes Zanzibar zeigen…